Er kann es auch bei Jaguar: Antonio Felix da Costa hat das zweite Rennen der Formel E in Saudi-Arabien an diesem Wochenende für sich entschieden. Für den Portugiesen ist es der 13. Sieg in der Elektroweltmeisterschaft, der erste seit mehr als anderthalb Jahren und der erste seit seinem Wechsel von Porsche zu Jaguar vor dieser Saison. „Teams zu wechseln ist ein massives Stück Arbeit“, so Felix da Costa im Anschluss. „Ich bin glücklich, den Sieg schon im fünften Rennen abgehakt zu haben.“

Der von Platz drei gestartete Felix da Costa hatte in der 20. von 30 Rennrunden die Führung übernommen und diese von dort an nicht wieder hergegeben. Mit einer ähnlichen Strategie wie Freitags-Sieger Pascal Wehrlein setzte sich Felix da Costa mit Attack Mode nach der Eroberung der Spitzenposition zunehmend vom Rest des Feldes ab und hatte so etwa nach 23 Runden bereits für Formel-E-Verhältnisse große rund 3,5 Sekunden Vorsprung. Bis ins Ziel geriet der Sieg des Formel-E-Champions von 2020 nicht mehr ernsthaft in Gefahr, wobei er schlussendlich mit 2,574 Sekunden Vorsprung auf Sebastien Buemi im Kunden-Jaguar von Envision gewann.

Weltmeister Rowland auf dem Podium, Teamkollegen-Duell endet fast mit Desaster

Den letzten Podestplatz sicherte sich derweil der amtierende Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland, der zuletzt zweimal in Folge nicht hatte punkten können. Edoardo Mortara musste wie am Freitag trotz Pole Position seine Siegeshoffnungen begraben und verpasste als Vierter diesmal sogar das Podium. Dennoch wahrt Mortara mit einem weiteren soliden Resultat seinen zweiten Platz in der WM-Wertung und verkürzt den Rückstand auf P1 sogar auf nur sechs Zähler.

Hinter dem Italo-Schweizer sorgte das Cupra-Kiro-Duo aus Dan Ticktum und Rookie Pepe Marti für das bislang beste Ergebnis des US-amerikanischen Teams in dieser Saison – und das, obwohl dieses kurz vor Schluss noch einmal ernsthaft ins Wanken geraten war. Denn die beiden Piloten lieferten sich plötzlich einen für Teamkollegen ungewöhnlich harten Zweikampf, der sogar zu einem Mauerkontakt Martis führte. Schlussendlich blieb das Duell zwar ohne Folgen, dürfte im Anschluss aber sicherlich für Diskussionen sorgen. Für Ticktum sind es nach einer bislang unglücklichen Saison die ersten Punkte des Jahres. Marti holte derweil zusätzlich zu Rang sechs den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde in den Top-10.

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Wehrlein und Porsche ernüchternd, aber in WM weiter vorne

Nach dem Kiro-Porsche-Duo belegte Mitch Evans im zweiten Jaguar den siebten Rang direkt vor Porsche-Werksfahrer Pascal Wehrlein, der sich von Startplatz elf nur unwesentlich vorarbeiten konnte. Sein Teamkollege Nico Müller konnte sich dabei nie ernsthaft in eine Punkteposition bringen und kam nur auf Rang 16 ins Ziel. Trotz des nach dem Freitags-Sieg ernüchternden Resultats für Porsche bleiben sowohl Wehrlein als auch die Zuffenhausener aber in allen WM-Wertungen vorne. Jean-Eric Vergne (Citroen-DS) und Taylor Barnard im DS Penske schlossen die Punkteränge ab.

Vergnes und Barnards Teamkollegen waren derweil keine Zähler vergönnt. Nick Cassidy, der vor dem Jeddah-Wochenende die WM angeführt hatte, konnte sich mit einer späten Attack-Mode-Strategie am Rennende nicht mehr entscheidend nach vorne arbeiten und belegte im Ziel nur den 14. Platz. Barnards Teamkollege, der Allgäuer Maximilian Günther, beendete derweil auch das zweite Rennen in Saudi-Arabien trotz Starts aus den Top-10 auf dem bitteren elften Platz.

Auch Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline konnte sich lange Zeit Chancen auf die ersten Punkte seit dem Saisonauftakt in Sao Paulo ausrechnen. Doch schon früh sammelten sich die beiden Piloten Lucas Di Grassi und Zane Maloney mit einer aggressiven Strategie ein Energiedefizit zum Rest des Feldes an und fielen so im Schlussspurt hoffnungslos zurück. Im Ziel blieben den beiden Piloten so nur die Positionen 15 und 18.

Nyck de Vries und Jake Dennis: Pechvögel des Rennens

Für Nyck de Vries im zweiten Mahindra stellte das Rennen von vorneherein eine besondere Herausforderung dar. Der Niederländer musste direkt in der ersten Runde eine 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe absitzen, nachdem er in Folge eines Wechsels des Front- und Heckmotors sowie der Motorkontrolleinheit eine Strafversetzung um 60 Plätze erhielt, diese aber nicht ansatzweise vollständig absitzen konnte. Dadurch drehte de Vries mangels Safety-Car-Phase das gesamte Rennen einsam mit rund einer Minute bis 50 Sekunden Rückstand auf den Rest des Feldes seine Runden und wurde Letzter.

Auch für den von Platz zwei gestarteten Jake Dennis im Kundenporsche von Andretti verkam das Rennen zu einer bitteren Angelegenheit. In der 18. Runde verlangsamte der Brite plötzlich und meldete einen Reifenschaden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Dennis mindestens auf Kurs in Richtung eines Punkteresultats befunden. Schlussendlich kam der Weltmeister von 2023 so aber nur knapp vor de Vries auf P19 ins Ziel.

Formel E 2026: So geht es weiter

Nach einer längeren Phase relativ regelmäßiger Rennwochenenden seit Mitte Januar, steht den Formel-E-Zuschauern nach dem Jeddah ePrix erneut eine lange Pause bevor. Das nächste Rennen findet erst in mehr als einem Monat statt. Dann gibt die Formel E auf dem Circuito del Jarama mit dem Madrid ePrix ihr Comeback in Spanien, wo zuletzt 2021 ein Rennwochenende abgehalten wurde. 2026 stehen insgesamt 17 Saisonrennen an 11 Austragungsorten an.