Formel E

Formel E: Porsche erleidet Rückschlag in Santiago de Chile

Beim Formel-E-Auftakt sicherte sich Porsche noch ein vielumjubeltes Podium. In Santiago erlebte der Neueinsteiger hingegen ein Rennen zum Vergessen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Nach dem überraschenden Podium durch Andre Lotterer beim Auftakt in Saudi-Arabien wurde Porsche beim zweiten Rennwochenende in Santiago de Chile auf den Boden der Realität geholt. In Chile erreichte Neel Jani nicht das Ziel, während Lotterer nach dem Rennen aus der Wertung genommen wurde.

Im Qualifying spielten die beiden Porsche-Piloten keine prominente Rolle. Da Lotterer vor dem Rennen in der Meisterschaft auf dem sechsten Rang lag, musste er bereits in der unangenehmen ersten Gruppe auf die Strecke.

Aufgrund der vergleichsweise schlechten Streckenbedingungen hatte der dreifache Le-Mans-Sieger kaum Chance auf eine gute Startposition und beendete die Session entsprechend auf Position 14. Zwei Plätze vor ihm klassifizierte sich Teamkollege Jani. Beide Porsche starteten somit außerhalb der Punkteränge. Die Top-10 waren aber durchaus in Reichweite.

Formel E 2020, Chile: Highlights und Zusammenfassung zum Rennen: (06:18 Min.)

Zwei Unfälle auf den ersten Runden

Für Jani endete der ePrix allerdings schon früh. In der ersten Runde wurde er zwischen BMW-Pilot Alexander Sims und dem Techeetah von Antonio Felix da Costa eingeklemmt. Am Fahrzeug des Schweizers wurde die Aufhängung beschädigt und er musste seinen Porsche 99X bereits nach wenigen Minuten abstellen.

"Am Ende der ersten Runde wurde ich beim Einlenken von einem anderen Fahrzeug getroffen und in das Auto neben mir gedrängt", kommentierte Jani die Situation. "Dabei brach am Fahrzeug die vordere Aufhängung."

Insgesamt zog Jani jedoch ein positives Fazit: "Wir hatten das Potenzial, um in die Punkte zu fahren. Ich habe die Super Pole lediglich um 0,15 Sekunden verpasst. Darauf wollen wir in Mexiko aufbauen."

Der Kampf um die Punkte endete auch für Lotterer nur kurze Zeit später. Der Deutsche kollidierte beim Anbremsen mit dem Heck von BMW-Rivale Sims. Lotterers Wagen wurde nach der Kollision zwar repariert und wieder zurück auf die Strecke geschickt. Doch mit vielen Runden Rückstand konnte er nicht mehr um Zählbares mitfahren.

Lotterer meinte zu dem Vorfall: "Unglücklicherweise war das Rennen für Neel und mich nach Kollisionen schon frühzeitig beendet. Leider gehört das in der Formel E manchmal dazu. Wenn man von Startplatz 14 aus ins Rennen geht, kann es im Mittelfeld zu einem ziemlichen Durcheinander kommen."

"Es war mir wichtig, dass wir das Fahrzeug reparieren konnten und nochmal auf die Strecke gegangen sind. Dadurch konnten wir weitere Kilometer sammeln und dazulernen, um beim nächsten Rennen erneut einen Schritt nach vorne zu machen", meinte Lotterer weiter.

Drei Strafen für Lotterer

Für den Vorfall mit Sims erhielt Lotterer obendrein eine Zeitstrafe. Und sein Name tauchte noch mehrmals auf dem Schreibtisch der Stewards auf. Denn neben der Kollision befand die Rennleitung Lotterer auch für schuldig, auf unsichere Weise auf die Strecke zurückgekehrt zu sein, wofür er eine Verwarnung erhielt.

Aller guten Dinge sind drei: Nach dem Rennende wurde Lotterer auch noch disqualifiziert, da er während des Rennens an einem Punkt über dem maximal erlaubten Energieverbrauch von 200 kW lag. Damit wurde Lotterer dreimal in nur einem Rennen bestraft. Erinnerungen wurden wach an seine Formel-E-Premiere in Hongkong vor zwei Jahren, als Lotterer - damals noch in Diensten von Techeetah - gar vier Strafen innerhalb eines Rennens kassierte.

Lindesay: "Gehört im Motorsport dazu"

Porsche-Einsatzleiter Amiel Lindesay meinte zu dem unglücklichen Auftritt seines Teams: "Es war eines dieser schwierigen Formel-E-Rennen mit einigen Zwischenfällen. Leider wurden auch unsere beiden Fahrzeuge in der Anfangsphase so stark beschädigt, dass wir zunächst stoppen mussten."

Doch auch Lindesay zog ein versöhnliches Fazit "Es war ein unglücklicher Tag für uns. Allerdings gehören solche Momente zum Motorsport dazu. Trotz des Resultats konnten wir auch positive Dinge mitnehmen, denn die Pace war da. In Mexiko werden wir erneut angreifen."

Formel E Teamwertung: Stand nach 3/14 Rennen

Position Team Punkte Fahrer
1 BMW 60 Günther/Sims
2 Mercedes 56 Vandoorne/De Vries
3 Virgin 38 Bird/Frijns
4 Audi 32 Abt/Di Grassi
5 Jaguar 31 Evans/Calado
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9 Porsche 18 Lotterer/Jani

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