Formel E

Formel E, Saudi-Arabien: Sims siegt - Günther verliert Podium

Alexander Sims ist der Mann der Stunde in der Formel E. Nach der dritten Pole Position in Serie sicherte sich der BMW-Fahrer seinen ersten Sieg.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Alexander Sims hat es geschafft: Nachdem er zuletzt drei Mal von der Pole Position in ein Rennen der Formel E gegangen war, holte er sich beim zweiten Lauf der Saison 2019/20 in Saudi-Arabien seinen ersten Rennsieg. Nach 30 Runden überquerte sein BMW-Teamkollege Maximilian Günther die Ziellinie auf Rang zwei mit einem Rückstand von 1.3 Sekunden. Hinter Günthers Platzierung steht allerdings noch ein Fragezeichen: Es wird ein mögliches Vergehen in einer Safety-Car-Phase untersucht. Lucas di Grassi im Audi komplettierte das Podest auf Rang drei.

Update

Günther wurde wegen Überholens unter Safety Car nachträglich mit einer Strafe belegt und fiel auf den zwölften Platz zurück. Dadurch rückte Stoffel Vandoorne automatisch auf die dritte Position vor. Alle Infos zur Strafe:

Sims nutzte beim Start die gute Ausgangslage, die er durch seine Pole Position erhalten hatte. Der BMW-Pilot behielt die Spitzenposition und setzte sich bereits in der ersten Runde um 1.7 Sekunden von Verfolger Sebastien Buemi ab. Obwohl das Feld mehrmals durch Safety-Car-Phasen zusammengeführt wurde, behielt Sims die Kontrolle über das Rennen. Er setzte sich immer wieder von seinen Verfolgern ab und steuerte damit seinem ersten Sieg in der Formel E entgegen.

"Für uns war es ein Traumrennen. Wir haben die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen. Es lief alles reibungslos heute. Als ich als Erster über die Ziellinie gefahren bin, war es ein großartiges Gefühl. Wir hatten die gesamte letzte Saison und auch gestern so viele Lektionen zu lernen und werden auch in Zukunft noch viel lernen müssen", äußerte sich Sims auf dem Podium zufrieden über das Rennen.

Günther kämpft sich von Startplatz neun nach vorne

Eine starke Leistung zeigte sein Markenkollege Günther. Der BMW-Neuzugang ging als Neunter ins Rennen und verbesserte sich stetig, bis er auf Platz zwei angekommen war. In der Schlussphase wurde er zunehmend von di Grassi unter Druck gesetzt. Doch den Angriffen des ehemaligen Formel-E-Meisters hielt er stand.

Der Bayer freute sich über sein bestes Ergebnis in der Formel E: "Im Qualifying wäre mehr drin gewesen. Aber dann ist mir ein gutes Rennen gelungen und ich habe viele Positionen gut gemacht. So ein Team-Resultat mit einem Doppelsieg zu haben, ist fantastisch. Das fühlt sich richtig gut an."

Max Günther über Formel E 2019: Stärkstes Fahrerfeld der Welt: (26:48 Min.)

Nach einer ruhigen Anfangsphase an der Spitze machte di Grassi in Runde sechs beim Anbremsen auf die erste Kurve einen Fehler. Mit stehenden Vorderrädern verließ er die Ideallinie und musste den weiten Weg durch die Auslaufzone nehmen. Techeetah-Fahrer Antonio Felix da Costa nutzte die Gelegenheit aus und schob sich auf die dritte Position nach vorne.

Allerdings blieb auch der Portugiese nicht fehlerfrei: In Runde neun war er es, der auf dem Weg in die erste Kurve zu spät auf der Bremse war. Mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr er dem zweitplatzierten Buemi ins Heck und drehte ihn dabei um. Der Schweizer fiel auf die 14. Position zurück, während Felix da Costa vorübergehend dessen zweite Position übernahm. Doch die Freude über den Positionsgewinn hielt nicht lange. Beide erhielten Strafen: Felix da Costa als Verursacher der Kollision, Buemi, für das gefährliche Zurückfahren auf die Strecke.

Eine Kettenreaktion löste gegen Rennmitte die erste Safety-Car-Phase aus. Im Zweikampf ließ Sam Bird (Virgin) seinem Gegner mit Evans (Jaguar) keinen Platz. Im kurvigen Mittelteil der Strecke kam es zur Kollision, bei der Bird auf der rechten Seite getroffen wurde und daraufhin langsam über die Strecke fuhr. Pascal Wehrlein fuhr ihm im Zuge eines Rückstaus ins Heck und schob ihn damit in die Mauer. Dort musste Bird seinen Boliden abstellen.

Kuriose Szene beim zweiten Safety-Car-Einsatz

Nach dem Restart hatte sich Robin Frijns von der Strecke gedreht und schlug in die Begrenzung ein. Die Rennleitung schickte erneut das Safety Car auf die Bahn. Dann entstand eine kuriose Situation: Das Safety Car wurde nach einigen Runden wieder eingezogen, obwohl die Bergung des Fahrzeugs noch nicht abgeschlossen war. Das Rennen wurde kurzzeitig freigegeben. Wenige Sekunden später bremste eine Full Course Yellow das Feld wieder ein.

In der Schlussphase untersuchte die Rennleitung einige Überholmanöver während der Safety-Car-Einsätze. Vandoorne, Frijns und Lotterer wurden nachträglich bestraft.

Neben Maximilian Günther fuhr Daniel Abt als zweiter Deutscher in die Punkte. Auch er wurde bestraft, allerdings bereits während des Rennens. Abt musste eine Drive-Through-Strafe ableisten. Andre Lotterer landete nach seiner Bestrafung auf Platz 16, Pascal Wehrlein wurde 17.

Die Startaufstellung: Wie schon beim ersten Saisonrennen am Freitag ist Sims von der Pole Position gestartet. Neben dem BMW-Fahrer stand Buemi in der ersten Startreihe. Die Mercedes-Piloten rutschten im Vergleich zum Vortag ab. Vandoorne qualifizierte sich auf Platz zwölf, de Vries ging als Vorletzter in den ePrix. Er profitierte davon, dass der amtierende Champion Jean-Eric Vergne wegen eines Batteriewechsels nach hinten versetzt wurde. Mit Günther (BMW) und Lotterer (Porsche) schafften es zwei Deutsche in die Top-10.

Das Wetter: Auch am Samstag herrschten optimale Bedingungen in Ad Diriyah. Zum Rennstart betrug die Streckentemperatur 24 Grad Celsius. Die Luft war 22 Grad Celsius warm.

Der Start: Schon bevor es losging, erlebte Jerome D'Ambrosio ein Drama. Er blieb beim Vorstart stehen und wurde in die Boxengasse geschoben. Sein vierter Platz blieb leer. An der Spitze gab es keine Positionsveränderungen. Sims behielt die Führung vor Buemi und di Grassi.

Der Fanboost: In der Abstimmung der Fans schnitten Vandoorne, de Vries, Buemi, Felix da Costa und Lotterer am besten ab. Sie konnten den Fanboost nutzen.

Die Zwischenfälle: Wegen eines Fehlstarts wurde Felipe Massa (Venturi) mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Auch den Restart nach der ersten Safety-Car-Phase nahm die Rennleitung genauer unter die Lupe. Gleiches galt für eine mögliche Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit bei Full Course Yellow von Vandoorne. Lotterer, der als Sechster ins Ziel einlief, erhielt anschließend eine Durchfahrtsstrafe, weil er unter gelber Flagge überholt hatte.

Die Ausfälle: D'Ambrosio konnte nach dem Zwischenfall beim Vorstart nicht ins Rennen eingreifen. Bird und Frijns schieden nach Einschlägen in die Streckenbegrenzung aus. Bei Frijns sorgte ein Dreher ohne Fremdbeteiligung für das frühe Rennende.

Die Meisterschaft: Mit dem Sieg hat Sims die Führung in der Meisterschaft übernommen. Der Brite führt nun mit 35 Punkten vor Vandoorne (27) und Bird (26), der heute punktlos geblieben ist.


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