Formel E

Formel-E-Regeln: Mehr Power - weniger Vollgas-Rennen 2019/20

Die Formel E nimmt Änderungen am Sportlichen Reglement für die Saison 2019/20 vor. Mehr Power im Attack Mode, Energie-Management wird gefördert.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Formel E erwartet in der kommenden Saison 6 einige Änderungen im Sportlichen Reglement. Im Fokus der im Rahmen des World Motor Sport Council abgesegneten Neuerungen lag der Fokus darauf, künftig wieder verstärkt das Energie-Management in den Vordergrund zu rücken. Eine Folge aus zahlreichen Vollgas-Rennen aufgrund vermehrter Safety-Car-Phasen in der laufenden Saison, die für Unmut bei Fahrern und Teams gesorgt hat.

Um der Rekuperation der Batterien und effizientem Rennfahren künftig wieder mehr Raum zu widmen, wird den Fahrern im Falle eines Safety Car oder einer Full-Course-Yellow-Phase automatisch Energie abgezogen. Per Reglement wird den Rennwagen pro Minute während einer Unterbrechungsphase 1 kWh von der insgesamt zur Verfügung stehenden Energie subtrahiert. Dies gilt ab dem Zeitpunkt, an dem ein Rennen durchs Safety Car oder eine Full Course Yellow unterbrochen wird.

Außerdem wird die Renndauer im Falle einer Unterbrechung angehalten, solange der Renndirektor nicht anders entscheidet. Dadurch soll in Zukunft sichergestellt werden, dass ein Rennen über die volle geplante Distanz absolviert wird. Hier hatte es in der Vergangenheit Ungereimtheiten gegeben, etwa, ob die Unterbrechung rein zeitlich angerechnet wird, um den Fanboost in der zweiten Rennhälfte nutzen zu dürfen.

Auch der nicht selten umstrittene Attack Mode erhält ein Update. Die maximale Leistung des Zusatz-Boost beträgt nach der Aktivierung künftig 235 statt wie bisher 225 kW. Einige Fahrer hatten sich nach der Einführung des Attack Mode zu dieser Saison über zu wenig Leistung beschwert, um während den Einsatzphasen überholen zu können. Manche Piloten hatten sogar eine Leistungssteigerung auf 250 kW - also wie beim Fanboost - eingebracht.

Ab Saison 6 darf der Attack Mode zudem nicht mehr während eines Safety Car oder einer Full Course Yellow aktiviert werden. Dadurch soll die künstliche Überholhilfe, die als strategisches Element anstelle des Autowechsels eingeführt worden war, weiter an Bedeutung gewinnen und zu viele gleiche Strategien im Feld (Aktivierung für den Re-Start nach einem Safety Car) zu verhindern.

Eine weitere Änderung im Sportlichen Reglement zur 6. Saison: Die schnellsten Fahrer der jeweiligen Qualifying-Gruppe erhalten einen Extra-Punkt für die Meisterschaft. Die drei bestplatzierten Fahrer des gesamten Qualifyings sammeln weiter Punkte (3 für Pole-Setter, 2 für Zweitplatzierten, 1 für den Drittschnellsten).

Letzte Änderung: Der Homologations-Zyklus für die aktuellen Gen2-Rennwagen wird bis inklusive der Saison 8 ausgeweitet. Als Gründe führt das WMSC Kosten und den Eintritt der beiden neuen Hersteller Porsche und Mercedes zur kommenden Saison an. Mögliche Updates in diesem Zeitraum beinhalten: Erhöhung der Leistung, verbesserte Performance der Batterie und eine Überarbeitung des Auto-Designs.


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