Formel E

Formel E in Rom: Ewige Unfall-Unterbrechung sorgt für Ärger

Ein Rennen in der Formel E dauert 45 Minuten. In Rom dauerte allein der Rot-Abbruch 47 Minuten. Viele Verlierer und erneut Diskussionen um die Rennleitung.
von Robert Seiwert
Formel E 2019, Rom: Video-Highlights vom Rennen: (05:37 Min.)

Beim Rennen der Formel E in Rom mussten alle Beteiligten langen Atem beweisen. Nach nur einer Runde brach die Rennleitung in Folge der Massen-Karambolage ab - und das für 47 (!) geschlagene Minuten. Ein Kuriosum, vor allem, weil die eigentliche Renndistanz eines Formel-E-Rennens nur 45 Minuten plus eine Runde beträgt.

Das Rennen wurde so lange unterbrochen, um die Strecke zu reparieren und auch, um die Reihenfolge im Feld wie vor dem Crash wiederherstellen. Dieser Prozess zog sich in die Länge. Hätte die Rennleitung das besser lösen können, fragten sich nicht wenige.

Ärgerlich auch für das ZDF, das erstmals ein Rennen der Formel E live im Fernsehen übertrug: Um 17:00 Uhr stieg der TV-Sender wie geplant aus der Übertragung aus. Mehr als den Start, den Unfall und eine ellenlange Unterbrechung bekamen die Zuschauer vor dem Fernseher nicht zu sehen...

Die 'verschwendete' TV-Zeit sorgte hinter den Kulissen für einigen Unmut über die Rennleitung bei Teams und Sponsoren. Die Angelegenheit wird vor dem nächsten Rennen in Paris in zwei Wochen noch einmal mit den Verantwortlichen diskutiert. Fast schon unglaublich: In Rom wurde zum vierten Mal in Folge nach Mexiko, Hongkong und Sanya ein Rennen mit roten Flaggen abgebrochen - und das beim erst siebten Rennen der Saison!

"Wir müssen das mit dem Renndirektor besprechen", forderte Venturi-Star Felipe Massa im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Das war auf jeden Fall zu lang und nicht toll für die Zuschauer."

Vor allem die Neugruppierung vor dem Re-Start sorgte für Stirnrunzeln. Da die Fahrer vor der Massen-Karambolage etwa eine Runde mehr absolviert hatte als die Piloten, die hinter den havarierten Boliden von Jose Maria Lopez, Gary Paffett und Jean-Eric Vergne im Stau steckten, hätten Erstere einen Energie-Nachteil gehabt. Deshalb rief die Rennleitung das hintere Feld dazu auf, eine Runde mit Renn-Pace zu absolvieren und sich dann wieder hinten in der Boxengasse einzureihen.

Diese Szene sorgte für die Ewige Unterbrechung in der Ewigen Stadt... - Foto: Youtube/Screenshot

"Die Art und Weise, die Autos so zu vermischen, war nicht klug", sagte Daniel Abt, ebenfalls eines der Stau-Opfer, zu Motorsport-Magazin.com. "Man hätte die ersten Fahrer irgendwo auf der Strecke anhalten müssen, danach einmal durch die Boxengasse durch und alles wäre sortiert gewesen. Total unnötig auch, dass man alle die Autos reparieren lässt, die eigentlich schon aus dem Rennen waren."

So wie etwa Sam Bird und Alexander Sims, die nach dem Start verunfallt waren, die Unterbrechung aber für eine Reparaturphase nutzten. Oder Lopez und Vergne, die in den Massen-Karambolage verwickelt waren. Techeetah wechselte an Vergnes Boliden den Frontflügel, sodass er nicht nur das Rennen wieder aufnehmen konnte, sondern auch an der gleichen Position wie nach dem Unfall weiterfahren durfte.

"Für die Zuschauer war die lange Pause natürlich nicht gut", meinte Pascal Wehrlein zu Motorsport-Magazin.com. "Mir war es aber recht. Beim Start ist mir jemand hinten aufs Auto gefahren und wir mussten den kompletten Diffusor wechseln."

So gab es zwar ein paar 'Gewinner' der fast einstündigen Unterbrechung, doch unterm Strich sorgte der Abbruch für Kritik und erneute Diskussionen, die sich die Formel E lieber gespart hätte.


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