Formel E

Formel E kurios: Di Grassis Ausstieg löst Strafen-Orgie aus

Nicht nur Audi-Pilot Lucas di Grassi kassiert beim Sanya-Rennen der Formel E eine fette Geldstrafe. Dreifach-Bestrafung für Buemi - nur Vergne kommt davon.
von Robert Seiwert
Formel E, Sanya: Zusammenfassung und Renn-Highlights: (05:20 Min.)

Lucas di Grassi zählt zu den erfolgreichsten Fahrern in der Geschichte der Formel E - und zu denen, die regelmäßig die Kassen der FIA auffüllen. Beim Sanya ePrix wurde der Audi-Star einmal mehr zur Kasse gebeten. 5.000 Euro wurden fällig, weil er nach einem späten Unfall im Rennen unerlaubt sein Auto verlassen hatte.

Die Rennleitung befand, dass sich daraus eine gefährliche Situation für di Grassi und andere Fahrer ergab. Die Stewards riefen zur letzten Runde eine Full-Course-Yellow-Phase aus, unter der das sechste Saisonrennen schließlich endete.

Di Grassis Aussteige-Aktion blieb auch für andere Fahrer nicht ohne Folgen. Audi-Teamkollege Daniel Abt, Landsmann Andre Lotterer und der Schweizer Sebastien Buemi kassierten nachträglich Geldstrafen, weil sie unter Full Course Yellow zu schnell waren.

Das Trio kam mit einer Geldbuße davon, weil alle drei zu diesem Zeitpunkt die Ziellinie bereits überquert hatten. Andernfalls hätten sportliche Strafen gedroht und das Rennergebnis über den Haufen geworfen.

Während einer Full-Course-Yellow-Phase gilt ein Tempolimit von 50 km/h. Abt wurde mit 68 km/h geblitzt und musste dafür 1.000 Euro zahlen. Techeetah-Pilot Lotterer hatte zu diesem Zeitpunkt 81 km/h drauf wurde mit einer Geldstrafe von 2.000 Euro belegt. Toppen konnte das Buemi mit 99 km/h, auch er bekam 2.000 Euro Geldstrafe aufgebrummt.

Wesentlich schmerzhafter aber für den Nissan-Fahrer, der sich bislang schwer tut in der Saison 2018/19: Buemi erhielt nachträglich eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, weil die Rennleitung ihn für den Unfall mit di Grassi und Robin Frijns in der Schlussphase verantwortlich machte. Dadurch fiel Buemi im Endergebnis vom sechsten bis auf den achten Platz zurück.

"Ich fand den Unfall nicht schlimm", meinte Buemi anschließend. Von der Bestrafung profitierten die beiden Mahindra-Piloten Jerome D'Ambrosio und Pascal Wehrlein, die automatisch auf die Plätze sechs und sieben vorrückten.

Unterdessen verlor Edoardo Mortara seinen Platz in den Top-10 des Sanya ePrix nachträglich. Der Sieger des letzten Rennens in Hongkong verpasste es, im Rennen zweimal den verpflichtend einzusetzenden Attack Mode zu aktivieren. Deshalb kassierte Mortara eine Durchfahrtsstrafe, die in eine 16-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Das Resultat: Der Venturi-Pilot fiel vom zehnten auf den 13. Platz zurück, wodurch Teamkollege Felipe Massa einen Platz gutmachte und als Zehnter einen Meisterschaftspunkt abstaubte.

Von all diesen Vorgängen unbeeindruckt zeigte sich Rennsieger Jean-Eric Vergne. Dabei musste der amtierende Formel-E-Champion eine Weile um seinen Sieg bangen. Bis kurz vor dem Überqueren der Ziellinie stand Vergne unter Beobachtung der Rennleitung. Grund: Beim Re-Start nach der Rotphase in Folge des Unfalls von Alexander Sims ließ er zu wenig Platz hinter dem Safety Car.

Laut Reglement hätte Vergne zehn Fahrzeuglängen Abstand zum Safety Car lassen müssen. Zum Glück für den Franzosen beließ es die Rennleitung bei einer Verwarnung. Andernfalls wäre womöglich zum zweiten Mal in Folge ein anderer Fahrer nachträglich zum Sieger erklärt worden...

Die oben beschriebenen Strafen waren nicht die einzigen im chinesischen Urlaubsparadies. Nachstehend eine Übersicht aller Strafen am Renntag in Sanya. Wieder einmal wurde der Rennleitung nicht langweilig.

Sanya ePrix 2019: Alle Strafen im Überblick

Fahrer Strafe Grund Session
Mitch Evans 1.000 Euro Falsche Software Shakedown
Nelson Piquet 1.000 Euro Falsche Software Shakedown
Jose Maria Lopez 1.000 Euro Falsche Software 1. Training
Pascal Wehrlein 1.000 Euro Ziellinie mehrfach überfahren 1. Training
Jerome D'Ambrosio 1.000 Euro Falsche Beleuchtung 1. Training
Sebastien Buemi Disqualifikation Superpole Falsches Bremssystem Qualifying
Jean-Eric Vergne Verwarnung Zu nah hinter Safety Car Rennen
Andre Lotterer 2.000 Euro Zu schnell unter FCY Rennen
Daniel Abt 1.000 Euro Zu schnell unter FCY Rennen
Sebastien Buemi 2.000 Euro Zu schnell unter FCY Rennen
Sebastien Buemi 10-Sek-Strafe Unfall verursacht Rennen
Lucas di Grassi 5.000 Euro Unerlaubt Auto verlassen Rennen
Edo Mortara 16-Sek-Zeitstrafe Attack Mode nicht genutzt Rennen

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