Formel E

Formel E: Lotterer-Team forderte härtere Strafe für Bird-Unfall

Jetzt kam heraus: Techeetah legte Protest ein gegen die Strafe für Sam Bird, der Andre Lotterer in Hongkong den Sieg kostete. So urteilten die Stewards.
von Robert Seiwert
Formel E Hongkong 2019: Video-Highlights und Zusammenfassung: (05:05 Min.)

Der rennentscheidende Unfall zwischen Sam Bird und Andre Lotterer beim Hongkong ePrix 2019 hatte ein spätabendliches Nachspiel. Denn: Lotterers Team DS Techeetah legte Protest ein gegen die 5-Sekunden-Strafe, die Bird nachträglich den Sieg kostete! Laut dem amtierenden Team-Vizemeister sei die Bestrafung nicht hart genug gewesen. Nach der Anhörung beider Seiten urteilten die Stewards jedoch am Sonntag kurz vor Mitternacht, dass die Strafe angemessen gewesen sei.

Was Techeetah genau nicht passte, erklärte Teammanager Pedro de la Rosa, wie aus einem offiziellen Bulletin der FIA hervorgeht. So habe Bird seinen Vordermann Lotterer mehrfach während des Rennens berührt. Zudem habe der Deutsche beim entscheidenden Kontakt im Vergleich zu den vorangegangenen Runden weder seine Fahrlinie noch seinen Bremspunkt verändert.

Außerdem könnte die 5-Sekunden-Strafe laut dem früheren Formel-1-Fahrer de la Rosa als schlechtes Beispiel für künftige Rennen wirken, wenn sich andere Fahrer angesichts der vermeintlich milden Bestrafung entscheiden sollten, ähnliche Berührungen zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Generell zeigte sich Techeetah besorgt angesichts der Vielzahl der Berührungen in den Rennen mit dem neuen Gen2-Rennwagen. Zugleich stellte de la Rosa klar, dass das Team von einem Protest abgesehen hätte, wenn Lotterer hätte weiterfahren können. Einen Reifenschaden warf ihn zwei Runden vor Schluss bis auf den 14. und damit letzten Platz zurück.

Auf der Gegenseite argumentierte Virgin-Teammanager Leon Price unter anderem, dass es nicht zu mehreren Berührungen zwischen 'seinem' Fahrer Bird und Lotterer gekommen sei und dass beide trotz drei Re-Starts nach Safety-Car-Phasen respektvoll miteinander umgegangen seien. Price befand, dass die 5-Sekunden-Strafe hart gewesen sei und die Entscheidungsfindung nicht von weiteren Ereignissen (Lotterers verlorener Sieg; d.Red.) beeinflusst werden dürfe.

Hierzu merkten die Stewards an, dass die Folgen eines Zwischenfalls bei der Höhe einer Strafe keine Rolle spielen, es gehe nur um das eigentliche Ereignis - in diesem Falle die Kollision zwischen Bird und Lotterer in der vorletzten Rennrunde. Zudem teilten die Stewards mit, dass beim Protest von Techeetah keine neuen Beweise vorgelegt worden seien, die eine härtere Strafe für Bird rechtfertigen würden. Somit wurde der Protest zurückgewiesen.

Virgin hatte die Strafe für Bird, die ihn vom ersten bis auf den sechsten Platz zurückwarf, ohnehin akzeptiert. "Jeder, der Sam kennt, weiß, dass er ein fairer Fahrer ist", sagte Virgin Managing Director Sylvain Filippi. "Andres Reifenschaden war der unglückliche Ausgang eines tollen Kampfes um die Führung. Wir haben die Strafe akzeptiert."

Lotterer selbst war nach dem verpassten Sieg - es wäre sein erster in der Formel E gewesen - sichtbar angefressen. Die Kollision mit Bird empfand der dreifache Le-Mans-Champion als unfair. Lotterer: "Er hat mein Rennen komplett ruiniert, indem er mir reingefahren ist und meinen Reifen zerstört hat. Es ändert nichts an meinem Tag, wenn er eine Strafe bekommt. Es ist total absurd, wie so etwas passieren kann. Ich wollte gewinnen und hätte den Sieg normalerweise in der Tasche gehabt."


Weitere Inhalte:
nach 10 von 13 Rennen
Wir suchen Mitarbeiter