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Formel E

Formel E 2018: BMW gibt Fahrer Mitte September bekannt

Wer startet für BMW in der ersten Saison des Münchner Herstellers in der Formel E? Drei Fahrer dürfen sich Chancen ausrechnen - kommt ein neues Gesicht?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - BMW steigt zur kommenden Saison 5 als zweiter deutscher Hersteller nach Audi in die Formel E ein. Die Münchner testen seit geraumer Zeit fleißig den neuen Generation-2-Rennwagen, der ebenfalls sein Debüt in der Elektro-Serie geben wird. Offen ist noch, welche beiden Fahrer beim Saisonstart am 15. Dezember in Riad, Saudi Arabien für BMW an den Start gehen werden.

Wie Motorsport-Magazin.com erfahren hat, stellt BMW sein Fahrer-Duo Mitte September vor. Bei der großen Präsentation in der Münchner Heimat des Herstellers werden zudem das neue Auto, der offizielle Name des Teams sowie weitere Details zum Formel-E-Programm vorgestellt.

Chancen auf ein Cockpit ausrechnen darf sich sicherlich Antonio Felix Da Costa. Der BMW-Werksfahrer fährt seit Ende 2014 in der Formel E und blickt auf 41 Rennen zurück. Zuletzt startete der frühere DTM-Fahrer für Andretti, dessen Platz BMW nun übernehmen wird. Seit längerer Zeit bestand eine technische Partnerschaft mit dem US-Rennstall.

Felix da Costa: Nicht das Paket

Felix da Costa erzielte seinen einzigen Sieg in der Formel E Anfang Januar 2015 in Buenos Aires. Sein bestes Gesamtergebnis war Platz acht in der 3. Saison. Mit dem eher schwächeren Andretti hatte Felix da Costa häufig Mühe, Highlights zu setzen. Seine große Erfahrung in der vergleichsweise jungen Rennserie dürfte ihm aber gute Chancen auf eine Weiterbeschäftigung einräumen.

"Rückblickend auf die Saison muss ich sagen, dass wir viel gelernt haben", sagt Felix da Costa. "Aus der Sicht von BMW Motorsport war das in Vorbereitung auf den Werkseinstieg zu Saison 5 sicher das Hauptziel. Wir hatten auch einige Rennen, in denen wir schnell waren und deutlich weiter vorne hätten landen können. Aber insgesamt hatten wir nicht das Paket, um die Ergebnisse einzufahren, die ich als Rennfahrer gerne erreichen möchte."

BMW auf dem Weg in die Formel E: Jens Marquardt im Interview: (04:50 Min.)

Kehrt Blomqvist in die Formel E zurück?

Felix da Costa teilt sich die Entwicklungsarbeit am GEN2-Rennwagen mit Tom Blomqvist und Bruno Spengler. Blomqvist startete in der abgelaufenen Saison bei sechs Rennen für Andretti. Beim Saisonauftakt in Hongkong wurde er durch den medienwirksamen Kamui Kobayashi ersetzt. Nach Paris übergab Blomqvist sein Cockpit an den erfahrenen Stephane Sarrazin, der die restlichen Saisonrennen für Andretti bestritt.

Blomqvist sollte sich stattdessen auf das GT-Programm von BMW konzentrieren. Am vergangenen Wochenende gewann der 24-Jährige das 24-Stunden-Rennen von Spa gemeinsam mit Philipp Eng und Christian Krognes. Blomqvist darf sich ebenfalls Hoffnungen machen, eines der Stammcockpits von BMW in der Formel E zu ergattern.

Spengler: Formel E statt DTM?

In der Rennserie, in der Erfahrung eine große Rolle spielt, könnte auch Bruno Spengler eine neue Beschäftigung finden. Der DTM-Meister von 2012 gehört seit einiger Zeit zum Entwicklungs-Team von BMW und könnte nach 14 Jahren in der DTM eine neue Herausforderung suchen. Einen offiziellen Formel-E-Einsatz hatte der 34-Jährige beim Rookie-Test in Marrakesch Mitte Januar 2018.

"Ich fühle mich sehr wohl in der DTM, aber auch die Formel E ist eine spannende Serie", ließ sich Spengler bezüglich seiner Zukunft nicht in die Karten schauen. Ein doppeltes Programm aus DTM und Formel E wäre wohl nur möglich, wenn sich die Rennkalender beider Serien nicht überschneiden. Die Top-Teams in der Formel E können es sich eigentlich nicht leisten, Fahrer während der Saison zu ersetzen.

BMW dreht erste Runden mit neuem Formel-E-Auto: (00:40 Min.)

Angebliches Interesse an Sam Bird

Mindestens einer der drei Entwicklungs-Fahrer sollte eines der beiden Formel-E-Cockpits von BMW erhalten. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass ein Pilot außerhalb des BMW-Kaders zu den Münchnern wechselt. Angeblich habe sich BMW um Sam Bird beworben, der sich zuletzt ein Titelduell mit dem neuen Champion Jean-Eric Vergne lieferte. Der Brite bleibt aber wohl bei Virgin, das ab der kommenden Saison mit Kundenmotoren von Audi beliefert werden könnte.

BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt zum neuen Projekt: "Nach dem Abschluss dieser Saison bricht für BMW und die Formel E mit Blick auf Saison 5 eine neue Ära an. Unsere Vorbereitungen auf den Einstieg in die Rennserie als Werksteam mit dem neuen Gen2-Fahrzeug laufen weiterhin auf Hochtouren. Ich freue mich sehr darauf, unser Fahrzeug in den kommenden Monaten bei Testfahrten und dann natürlich bei seiner Rennpremiere im Dezember zu sehen."


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