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Formel E / Interview

Formel E: Daniel Abt jetzt sogar Audi-Werksfahrer

Bei Daniel Abt läuft's: Der Youngster bleibt mit Audi in der Formel E und wird sogar befördert. Dabei habe er um seine Zukunft zittern müssen.
von Christian Menath & Robert Seiwert
Warum Daniel Abt als Audi-Werksfahrer in der Formel E ernster wird: (06:39 Min.)

Daniel Abt bleibt an Bord: Audi hat den 24-Jährigen in Folge der Übernahme des Formel-E-Teams von Abt weiterverpflichtet. Und noch mehr: ihn sogar zum offiziellen Werksfahrer ernannt. Das gaben die Ingolstädter bei der Präsentation des neuen Rennwagens für die Saison 2018/19 an diesem Mittwoch bekannt. So startet der junge Abt an der Seite von Champion Lucas di Grassi in seine vierte Saison in der Elektro-Rennserie.

Als Werkspilot in einem der begehrten Hersteller-Cockpits: Abt hätte es kaum besser treffen können. Dabei habe der Achtplatzierte der vergangenen Saison eine Weile um seine Zukunft in der Formel E zittern müssen. "Absolut", sagte Abt im Interview mit Motorsport-Magazin.com. "Es wäre übermütig zu sagen, dass das nicht in Frage gestellt wurde. Ich war nicht sicher, ob und wie es weitergeht."

Schlange stehen vor Abts Cockpit

In bislang 33 Rennen in der Formel E fuhr Abt viermal aufs Podium und sammelte in 18 Rennen Punkte - allein achtmal in der abgelaufenen Saison. "Ich weiß natürlich, wie viele Fahrer Schlange stehen und gern mein Cockpit hätten", sagte er weiter. "Da gibt es schon ein paar, die am liebsten an meinem Stuhl sägen und in meinem Auto sitzen würden, ganz klar."

Der Kemptener hatte sich für seine dritte Saison in der Formel E mehr vorgenommen, war aber nicht selten vom Pech verfolgt gewesen. Etwa bei den beiden Rennen in New York, als er samstags auf Podestkurs liegend sowie im Sonntagsrennen wegen eines Batterie-Fehlers ausfiel. Oder in Mexiko, als er seine zweite Karriere-Pole wegen zu niedrigen Reifendrucks nachträglich verlor. So war am Ende nicht mehr als Platz acht drin, während Teamkollege Di Grassi zum Titel fuhr.

"Das Gute war aber, dass die Audi-Leute vor Ort waren und gesehen haben, woran es gelegen hat, dass ich nur Achter wurde", sagte Abt. "Das haben sie gesehen und verstanden. Sie geben mir noch mal die Chance. Natürlich muss ich jetzt abliefern und versuchen, noch besser zu werden. Und mit Lucas habe ich die absolute Benchmark im Team, das macht mein Leben auch nicht einfacher."

Audi-Präsentation: Alles zum neuen Formel-E-Team für 2017/2018: (7:25 Min.)

Gass: Abt hat absolutes Potenzial

Da dürfte die Beförderung zum Werksfahrer eine zusätzliche Motivationsspritze sein für Abt, der mit der Formel E kommende Woche zu den Testfahrten nach Valencia reist. Er weiß: Der nächste Schritt muss nach der Übernahme von Audi zwingend erfolgen. "Daniel hat absolutes Potenzial", sagte Audi-Sportchef Dieter Gass zu Motorsport-Magazin.com. "Er hat gezeigt, was er kann. Mit dem Werksauto wollen wir ihm jetzt ein Werkzeug in die Hand geben, mit dem er richtig Gas geben kann."

Als Werksfahrer bei einem der stärksten Teams in der Formel E steht Abt nun unter noch größerer Beobachtung. Vom erhöhten Druck will der sich als recht locker geltende Fahrer - siehe seine zahlreichen Youtube-Videos - aber nicht unterkriegen lassen. Abt: "Ich habe meine Sache schon immer ernst genommen. Das heißt aber nicht, dass man jetzt versteifen muss und nicht mehr man selbst sein kann. Es ist wichtig, dass man der gleiche Charakter und der bleibt, der man ist."


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