Formel 2

Formel 2, Mick Schumacher selbstkritisch: Arbeite hart an mir

Mick Schumachers erste Formel-2-Saison verlief bisher nicht nach Wunsch. Der Ferrari-Junior kämpft mit der Umstellung von der F3 und den Pirelli-Reifen.
von Florian Becker
Mick Schumacher: Deshalb ist die Formel 2 für ihn so schwierig: (02:37 Min.)

Für Mick Schumacher beginnt am kommenden Wochenenden in Silverstone die zweite Hälfte seiner ersten Formel-2-Saison. Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher tat sich 2019 bisher schwer, an seine Leistungen aus der Formel 3 anzuknüpfen, wo er vergangenes Jahr den Titel in der Europameisterschaft auf dominante Art und Weise gewann.

Im Unterhaus der Königsklasse liegt er nach sechs von zwölf Rennwochenenden nur auf der 13. Position. Gerade einmal 22 Zähler konnte Schumacher in bislang zwölf Läufen erringen, obwohl er bei den Testfahrten stets ganz vorne mitgemischt hatte und vom Auftakt in Bahrain an ein sicherer Top-10-Kandidat war.

Die Aufholjagd vom Ende des Feldes bis auf den vierten Platz beim Sprint in Spielberg war zuletzt ein Lichtblick. Doch sie zeigte auch, woran es bei Schumacher bisher haperte. "In der Formel 2 ist es sehr wichtig, ein gutes erstes Rennen zu haben, denn das ergibt bei uns die Startposition für den zweiten Lauf", so der 20-Jährige.

Pech in den Formel-2-Sprintrennen wirft Mick Schumacher zurück

Im Qualifying am Freitagnachmittag zeigte Schumacher bisher stets solide Leistungen, die ihm eine gute Ausgangslage für das Hauptrennen einbrachten. Im Durchschnitt ging er von Startplatz 7,3 ins Rennen am Samstag. Doch das lief für ihn nur selten nach Plan. Zweimal fiel er aus, in Baku durch einen Fahrfehler und in Le Castellet durch eine unverschuldete Kollision mit Teamkollege Sean Gelael.

Lediglich in Bahrain fuhr er als Achter in die Punkte. In Monaco und Barcelona sorgte er seinerseits für Kollisionen. Im Mittelwert sah er die Zielflagge als 13. "Wenn du im ersten Rennen ein schlechtes Ergebnis hast, beeinflusst das dein ganzes Wochenende", sagt Schumacher, dessen durchschnittliche Startposition für den Sonntagslauf mit 13,8 deutlich schlechter als die eigentliche Qualifying-Performance ausfällt.

"Das ist etwas, woran ich mich noch gewöhnen muss. Das hat uns dieses Jahr sehr geschadet. Ich arbeite deshalb hart an mir, um zu versuchen, das zu ändern. Ich muss versuchen, ein gutes erstes Rennen zu haben und darauf ein gutes Wochenende aufzubauen", erklärt der Youngster selbstkritisch.

Foto: LAT Images

Mick Schumacher: In Formel 3 viel mehr gefahren als in Formel 2

Generell scheint es das Wochenendformat der Formel 2 zu sein, welches dem Aufsteiger das Leben schwer macht. "Der Aufbau des gesamten Wochenendes ist ganz anders", zieht er den Vergleich zur Formel 3. Schon dort brauchte Schumacher deutlich länger als andere Nachwuchstalente, um es bis an die Spitze zu schaffen.

Während Lando Norris 2017 als Rookie mit neun Siegen dominant zum Titel fuhr, wurde Schumacher Zwölfter. Erst ab der zweiten Saisonhälfte seines zweiten Formel-3-Jahres war bei ihm ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, der schlussendlich zum Titelgewinn führte. Dass ihm in der Formel 3 nun deutlich weniger Streckenzeit als in der Formel 2 zur Verfügung steht, schmerzt Schumacher.

"Du hast ein Training, ein Qualifying und zwei Rennen. In der F3 hattest du zwei Trainings, zwei Qualifying und drei Rennen. Du bist in der Formel 3 generell viel mehr gefahren", sagt er. In den deutlich schnelleren Formel-2-Boliden wäre mehr Fahrpraxis aber nicht nur wegen der stärkeren Motoren und dem höheren Abtrieb hilfreich.

Pirelli-Reifen für Mick Schumacher der Knackpunkt

"Der größte Unterschied zwischen F3 und F2 sind für mich sicherlich die Reifen", so Schumacher. Der Formel-3-Reifen von Hankook performte über eine komplette Renndistanz konstant und ermöglichte es den Fahrern, sich auf die eigene Performance zu konzentrieren und den Fahrstil zu perfektionieren.

In der Formel 2 sollen die Piloten mit Reifen von Pirelli auf die Formel 1 vorbereitet werden. Ab 2020 werden im Unterhaus sogar schon die 18-Zöller gefahren, welche in der Königsklasse erst ein Jahr später eingeführt werden. "In der F2 musst du sie [die Reifen] schon von Beginn an managen. Das ist für mich ein sehr großer Unterschied und etwas, an das du dich als Fahrer wirklich gewöhnen musst", sagt Schumacher.


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