Formel 2

Ausraster in Formel 2: US-Rowdy bestreitet Absicht & Rache-Foul

Haas-Nachwuchspilot Santino Ferrucci entschuldigt sich für den Ausraster in Silverstone. Aber: Absicht bestritten, fragwürdige Erklärung für FIA-Schwänzen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Santino Ferrucci, Haas-Nachwuchsfahrer und Formel-2-Pilot bei Trident, hat sich für seinen unfassbaren Ausraster im Rahmen des Großbritannien GP entschuldigt. "Ich möchte meine ausdrückliche Entschuldigung für alles, was ich am Sonntag im FIA F2 Rennen auf dem Silverstone Circuit getan habe, aussprechen", so Ferrucci in einer ausführlichen Stellungnahme bei Twitter.

Hier das ganze weitere Statement im Wortlaut: "Ich habe am Ende des Rennens ein extrem schlechtes Urteilsvermögen bewiesen, indem ich meinem Teamkollegen Arjun (Maini, Anm. d. Red.) viel zu nahe gekommen bin und ausgeschert bin, sodass ich seinen Reifen gestreift habe, was glücklicherweise keinen Schaden oder Problem an seinem Auto verursacht hat. Es war keine Absicht, kein Vorsatz oder irgendeine Art von Vergeltung bei dem, was ich getan habe, nur Wut und Frustration, da es ein schreckliches Jahr gewesen ist.

Ich habe keine andere Entschuldigung als den Fakt, dass ich ein zwanzig Jahre alter Italo-Amerikaner mit einer großen Leidenschaft für Motorsport bin, der ein sehr emotionaler Sport ist. Obwohl es viele Provokationen gegeben hat, die zu meinem mentalen Lapsus geführt haben, ist das noch immer keine Entschuldigung und ich werde sicherstellen, dass so etwas nicht wieder geschieht.

Mir ist bewusst, dass ich vielen Leuten vor den Kopf gestoßen habe und ich entschuldige mich bei meinen Sponsoren, Tident, meinen Fahrerkollegen, Haas F1, FIA F2, meinen Fans, Freunden und Familie.

Ich möchte mich außerdem bei den FIA-Stewards entschuldigen, dass ich nicht in der Lage war, zu der Anhörung zu erscheinen. Ich wurde zufällig für einen Dopingtest ausgewählt, wie auch andere, und das hat meine Rückkehr ins Fahrerlager um mehr als eine Stunde verzögert. Zu diesem Zeitpunkt habe ich dann sehr schnell gepackt und musste Richtung Flughafen abreisen, um einen frühen Flug am Nachmittag zurück in die USA zu erwischen, um einem extrem dringenden, zeitlich sensiblen medizinischen Problem in meiner Familie beizuwohnen.

Ich wurde von dem Steward Meeting in Kenntnis gesetzt als ich abgereist bin und habe meinem Teammanager eine E-Mail geschickt, damit er den Stewards erklärt, dass ich keine andere Wahl hatte, als abzureisen."

Rammstoß, Handy am Steuer, Abdrängmanöver

Ferrucci war in der Auslaufrunde des Formel-2-Sprintrennens am Sonntag in Silverstone - nach einem Abdrängen schon zuvor im Rennen - einfach auf den rechten Hinterreifen seines Teamkollegen Arjun Maini gefahren und ließ daraufhin die entsprechende Anhörung bei den Stewards sausen.

Für den Zwischenfall im Rennen wurde Ferrucci disqualifiziert, für den Rammstoß danach für die nächsten zwei Events gesperrt und mit 60.000 Euro Geldstrafe belegt. Weil er in Silverstone obendrein ohne Handschau, dafür mit Handy, im Cockpit gesichtet wurde, setzte es noch einmal 6000 Euro Bußgeld.

Sein Team Trident distanzierte sich daraufhin klar von Ferrucci, Haas-Teamchef Günther Steiner will die Vorfälle nun alle gemeinsam umfassend prüfen.


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