Formel 2

Formel-2-Testfahrten 2018: Lando Norris dominiert ersten Test

McLaren-Junior Lando Norris fährt beim ersten Formel-2-Test 2018 Gesamtbestzeit in Le Castellet. Maximilian Günther verliert Zeit nach Technik-Problemen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der Test in Le Castellet war für die Formel-2-Teams die erste Gelegenheit, nach dem nur eintägigen Shakedown in Magny-Cours das neue Auto für die F2-Saison 2018 ausgiebig zu testen. Vom 6. bis 8. März wurde auf dem Circuit Paul Ricard gefahren, eine besonders starke Vorstellung zeigte McLaren-Junior Lando Norris vom Team Carlin. Norris war 2017 jüngster Formel-3-Europameister der Geschichte, und steigt 2018 in die Formel 2 auf.

Mit 1:42.226 Minuten setzte Norris bei den Tests die absolute Bestzeit. Carlin-Teamkollege Sergio Sette Camara schloss die Woche mit der zweitschnellsten Zeit ab. Formel-2-Rookie Maximilian Günther, 2018 die deutsche Hoffnung im Formel-1-Unterhaus, hatte über die ersten Testtage mit Problemen zu kämpfen. Er beendete die Tests auf Rang 15.

Formel 2, Test-Tag 1: Lando Norris zeigt im Regen auf

Lando Norris fuhr zum Testauftakt sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag die schnellste Zeit. Bei noch feuchter Strecke am Morgen versuchte jedoch noch kein Fahrer eine Runde mit Slicks. Norris war der erste, der eine Zeit unter zwei Minuten fuhr, während andere mit den Bedingungen zu kämpfen hatten. Santino Ferrucci und Sergio Sette Camara verursachten jeweils Rotphasen durch Dreher.

Norris beendete den Vormittag mit fast einer Sekunde Vorsprung auf MP-Motorsport-Neuzugang Ralph Boschung. Nach der Mittagspause kam die Konkurrenz mehr in Schwung. Auf mittlerweile trockener Strecke wechselte die Führung mehrmals. In den letzten Minuten duellierte sich Norris mit Prema-Racing-Fahrer Nyck De Vries, und Norris blieb mit einer Zeit von 1:43.095 Minuten knapp vorne.

Formel 2, Test-Tag 2: Norris fährt absolute Bestzeit

Am Mittwochvormittag fuhr wieder Lando Norris die schnellste Zeit. Mehr Grund zur Freude bei seinem Team Carlin: Teamkollege Sergio Sette Camara beendete die Session auf dem zweiten Rang. Lange lag ART Grand Prix mit Jack Aitken an der Spitze - Aitken war der erste, der eine Runde unter 1:42 fuhr. Zum Ende der Session holte sich Norris mit 1:42.226 die Führung wieder zurück.

Den Nachmittag beendete DAMS-Fahrer Alexander Albon als schnellster. Albons Zeit von 1:42.406 war allerdings langsamer als die Vormittagszeit von Lando Norris. Nyck De Vries und Louis Deletraz tauschten am frühen Nachmittag mehrmals Bestzeiten aus, bevor Albon in den letzten eineinhalb Minuten der Session die Spitze übernahm.

Mehrere Fahrer blieben während der Testtage auf der Strecke stehen, wie Ex-F1-Fahrer Roberto Merhi, aber auch der einzige deutsche F2-Pilot Maximilian Günther. Günthers Team Arden entschloss sich, nach Problemen am Vormittag den Motor zu tauschen. Dadurch konnten am Nachmittag kaum Runden gefahren werden.

Tag 3: George Russell mit Tagesbestzeit

ART-Grand-Prix-Fahrer George Russell und Jack Aitken wechselten sich am Donnerstagmorgen an der Spitze ab. Mit 1:42.396 Minuten beendete Russell die Session als Schnellster, gefolgt von Aitken. Mercedes' F1-Testfahrer Russell durfte sich endlich über eine problemfreie Session freuen - am Mittwoch hatte er nur 15 Runden fahren können. Die meisten Teams verbrachten den Vormittag damit, an ihren Rennsetups zu arbeiten.

Alexander Albon holte sich am Nachmittag dann gerade einmal zehn Minuten vor Schluss seine zweite Test-Bestzeit, blieb jedoch hinter den Top-Zeiten vom Mittwoch. Maximilian Günther kam zwar schon nach fünf Minuten auf der Strecke zum Stehen, musste aber nicht lange zuschauen: Ein paar Minuten später war er schon wieder unterwegs, und übernahm zwischenzeitlich sogar die Spitze. Den Tag beendete er als Fünfter und zeigte sich zufrieden mit dem Gefühl im Auto.

"Nachdem wir die ersten beiden Testtage viele technische Probleme hatten, war es super, gestern viele Runden gefahren zu sein. P5 zum Testabschluss war ein guter Einstand. Das Gefühl fürs Auto stimmt, ich fühle mich auf Anhieb wohl und kann's kaum erwarten beim nächsten Test in Bahrain wieder ins Auto zu steigen", sagt Günther.

An Technik wird gearbeitet

2018 geht die Formel 2 mit neuem Auto und neuen Mecachrome-Turbomotoren an den Start. Über den Test verteilt hatten mehrere Fahrer technische Probleme, und mehrmals mussten Sessions mit der roten Flagge gestoppt werden.

Formel-2-Technikchef Didier Perrin erklärt: "Es ist bei 20 fahrenden Autos nicht ungewöhnlich, dass wir Probleme finden. Wir haben alle fehlerhaften Motoren zur Analyse geschickt, und wir sind zuversichtlich, dass unsere Motorenpartner die Probleme lösen können." Der nächste Test wird vom 21. Bis 23. März in Bahrain stattfinden.

Ergebnis der Formel-2-Tests in Le Castellet: Das kombinierte Resultat

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Lando Norris Carlin 1:42.226
2 Sergio Sette Camara Carlin 1:42.387
3 George Russell ART Grand Prix 1:42.396
4 Alexander Albon DAMS 1:42.406
5 Jack Aitken ART Grand Prix 1:42.566
6 Louis Deletraz Charouz Racing Systems 1:42.698
7 Arjun Maini Trident 1:42.700
8 Nyck De Vries Prema Racing 1:42.701
9 Oliver Rowland DAMS 1:42.840
10 Nirei Fukuzumi Arden International 1:43.081
11 Luca Ghiotto Campos Racing 1:43.197
12 Dan Ticktum DAMS 1:43.310
13 Antonio Fuoco Charouz Racing Systems 1:43.324
14 Roberto Merhi MP Motorsport 1:43.328
15 Maximilian Günther Arden International 1:43.330
16 Sean Gelael Prema Racing 1:43.345
17 Artem Markelov RUSSIAN TIME 1:43.495
18 Ralph Boschung MP Motorsport 1:43.583
19 Santino Ferrucci Trident 1:43.720
20 Tadasuke Makino RUSSIAN TIME 1:43.961
21 Roy Nissany Campos Racing 1:44.048

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