Nico Hülkenberg wirkte nach dem Qualifying in Istanbul ein wenig geknickt, denn mit Platz 17 war es für ihn nicht gerade berauschend gelaufen. "Ich denke, bei unserem Paket fehlt überall ein wenig und das haben wir heute gesehen", sagte der Deutsche danach. Bei Aerodynamik, Abtrieb und Kraft müsse Williams noch zulegen, stellte er fest. Klarerweise war dabei auch Cosworth ein wenig das Problem, da der Motor mit höherer Laufzeit einigermaßen stark an Kraft abbaut. "Der Motor baut etwas ab. Cosworth arbeitet daran und sie kommen vorwärts. Es wird also besser", erklärte Hülkenberg.

Wie schnell es besser wird, konnte er nicht sagen, denn dank dem eingefrorenen Motoren-Reglement ist die Arbeit an den Aggregaten einigermaßen schwierig. Doch Hülkenberg wollte die Zukunft von Williams auch nicht vom Motor abhängig machen, dazu stimmt zu viel anderes auch nicht. Deswegen hatte er in Q2 am Samstag auch so seine Probleme. "Mein zweiter Run in Q2 war nur ein Schuss über eine Runde und der war bis Sektor eins und Kurve sieben gut. Ich habe etwas mehr angegriffen. Wir wussten, es war nicht genug und deswegen wollte ich als Fahrer alles aus dem Auto holen. Ich habe ans Limit gepusht, bekam viel Übersteuern, kam nach außen und das war es", erzählte er.

Im Rennen noch langsamer?

Er gab zu, dass er und das Team vielleicht nicht den besten Job gemacht hatten, aber auch mit guter Arbeit wäre seiner Meinung nach nicht mehr als Platz 14 oder 15 drin gewesen. So traute sich Hülkenberg bei einer ordentlichen Runde in Q2 lediglich wieder eine 1:28.2 zu wie schon in Q1. Für Sonntag rechnete er nicht unbedingt mit Besserung. "Ich denke, morgen ist auch Toro Rosso schneller, da sie bei der Rennpace immer besser zu sein scheinen als wir. Wir waren früher schon im Qualifying schneller, aber im Rennen weniger gut."

Wundern musste sich Hülkenberg, weil das Team den Williams eigentlich so verändert hatte, damit er effizienter arbeitet und damit auf Strecken mit weniger Abtrieb besser läuft. Angesichts der Ergebnisse in Istanbul wurde das Ziel wohl verfehlt. Mit Updates ist für ihn da auch nicht mehr alles rauszuholen. "Wir bekommen Updates, aber ich denke nicht, dass wir damit zwei Sekunden finden werden", sagte er. Und das brachte schon ein wenig Frust, denn Hülkenberg wäre klarerweise lieber vorne. "Natürlich wäre ich lieber vorne und das frustriert mich. Ich bin nicht gerne da, wo wir jetzt sind, aber was kann ich tun? Ich kann nur die Jungs antreiben, ihnen sagen, was entwickelt werden soll und im Werk Druck machen. Das ist alles, was ich tun kann. Ein Tag genügt nicht, um ein Auto umzudrehen."