Magny Cours und der Abschied davon ist gerade erst verdaut und da geht es schon weiter nach Silverstone, wo am kommenden Wochenende der britische Grand Prix auf dem Programm steht. Ein Rennen, auf das sich BMW Sauber-Pilot Nick Heidfeld schon besonders freut. "Mir gefällt das Publikum in England immer besonders gut, weil es richtige Motorsport- Fans sind. Sie sind gut informiert und waren auch in den Jahren begeistert, in denen kein Landsmann vorne mitfuhr", sagt er. In diesem Jahr erwartet er aufgrund der Begeisterung um Lewis Hamilton aber noch mehr Interesse, was der bislang immer schon guten Atmosphäre, seiner Meinung nach, nicht schaden wird.

Doch neben der guten Stimmung geht es auch in Silverstone hauptsächlich wieder um das Fahren und da sieht Heidfeld einige schwierige Aufgaben auf sich zukommen. "Beim Test habe ich die Strecke als besonders holprig empfunden, das ging wohl vielen so. Das englische Wetter ist oft eine spannende Komponente. Die Kurvenkombination Becketts ist extrem schnell und außergewöhnlich. Besonders wichtig ist in Silverstone, dass die Aerodynamik des Autos in den schnellen Kurven passt", meint der Mönchengladbacher.

Robert Kubica freut sich schon auf die Herausforderung, die ihm da bevorsteht und nach einer recht guten Leistung des Teams im vergangenen Jahr, sieht er dieser recht gelassen entgegen. "Vor allem der erste Sektor ist sehr schnell. Im Vorjahr war das Grip-Niveau sehr niedrig", erinnert er sich. Da er bei den Testfahrten vor zwei Wochen pausieren musste, weiß er allerdings noch nicht, wie sich der Kurs auf Bridgestone-Reifen fährt. Ein Unsicherheitsfaktor ist für ihn das Wetter. Da er aber bislang bei jedem seiner Besuche Sonnenschein erlebt hat, hofft er darauf auch in diesem Jahr. Gespannt ist er jedenfalls schon wieder auf das Umfeld des Grand Prix. "Die Briten mögen Rennsport, und die Strecke hat Historie. Es ist schön, dort zu sein, mir gefällt der Charakter der Strecke. Sie ist nicht mehr die neueste, aber ich genieße diese ganze Rennsportatmosphäre."

BMW Motorsport Direktor sieht in dem nächsten Rennen innerhalb eines sehr kurzen Abstands aber vor allem eine große Belastung für die Mannschaft. "Vier Rennen in fünf Wochen - das bedeutet Schwerstarbeit für alle Teammitglieder. Die Belastung ist wirklich enorm, da kann man nur den Hut ziehen", sagt er. Mit dem bislang erreichten ist Theissen aber sehr zufrieden und hofft in England darauf, weiter an die guten Ergebnisse anknüpfen zu können. Wobei es darauf ankommen wird, weiß Willy Rampf. "Silverstone wird geprägt durch seine vielen mittelschnellen und schnellen Kurven, in denen es für die Piloten entscheidend ist, möglichst viel Speed mitzunehmen. Im Infield gibt es einige sehr langsame Kurven", erzählt er.

Doch die Strecke hat für den Technischen Direktor ihren Reiz, denn neben der Geschichte, die der Ort ausstrahlt, gibt es auch einige sehr schöne Passagen. "Maggots-Becketts-Chapel ist wohl eine der schönsten Kombinationen, die es im gesamten Kalender gibt. Wer eine gute Rundenzeit erreichen will, braucht ein Auto mit einer sehr guten aerodynamischen Balance." Auf der Reifenseite sind für Rampf härtere Mischungen wichtig, da der Streckenbelag recht rau ist und in den Kurven die Belastung auf die Pneus sehr hoch. Laut Mario Theissen, sollte man aber gut gerüstet für das Rennen sein. "Wir haben uns während des jüngsten Tests in Silverstone gezielt auf das Rennen vorbereitet", erklärt er.