Kampf der Teamkollegen
von Philipp May
Der Rücktritt von Michael Schumacher und der Teamwechsel von Weltmeister Alonso haben das Fahrerkarussell vor der neuen Saison in Schwung gebracht wie lange nicht mehr. Ferrari, Renault, McLaren - alle drei Top-Teams gehen mit neuen Fahrerduos in die Saison. Klare Teamhierarchien durch gemeinsame Erfolge aus der Vergangenheit wird es 2007 nicht geben. So muss sich jeder der potentiellen Weltmeister erst einmal im eigenen Stall durchsetzen. Und das ist bei weitem nicht so selbstverständlich, wie man es beim ersten Blick auf die Teamkonstellationen vermuten könnte.

Beispiel Ferrari: Hier soll es für Kimi Räikkönen endlich klappen mit dem ersten WM-Titel. So lobte er bei Dienstantritt gleich die freundlichere Atmosphäre bei den Roten im Vergleich zu seinem alten Arbeitgeber McLaren. Dass das Wohlfühlklima allerdings von Dauer ist, scheint mehr als fraglich. Zwar steht Kimi seinem Ferrari-Vorgänger in puncto speed in nichts nach. Ob er jedoch mit der gleichen Akribie wie Schumacher das Auto abseits der Rennwochenenden weiterentwickelt, darf bezweifelt werden. Bei McLaren hat sich der partyerprobte Finne jedenfalls nicht als Testweltmeister hervorgetan. Es ist also keineswegs gesichert, ob Kimi wirklich zu Ferrari passt. Ganz im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Felipe Massa. Der Brasilianer verdiente sich 2006 höchsten Respekt im Team. Dabei beeindruckte er nicht nur durch zwei Siege, sondern auch durch Zeiten, die teilweise schneller waren als die von Michael Schumacher. Dass ihm dies auch mit "Neuling" Räikkönen gelingen kann, bezweifelt niemand.
Genau umgekehrt ist die Ausgangsposition bei Renault. Hier scheint der Weg frei für Giancarlo Fisichella, die ehemalige Nr. 2. Nach dem Weggang von Alonso will er nun den Titel für das Weltmeisterteam der letzten beiden Jahre holen. Doch auch er muss erst einmal beweisen, ob er mit dem Druck der Nr.1 im Team zurechtkommt. Sein Kontrahent Heikki Kovalainen ist zwar ein Rookie in der Formel 1, doch nicht umsonst wurde er dieses Jahr noch vor Kimi Räikkönen und Rallye-Größe Marcus Grönholm zu "Finnlands Rennfahrer des Jahres" gewählt. Dem Supertalent ist bei seinem Formel 1-Debüt also alles zuzutrauen - sicherlich auch, dass er den 2006 schwächelnden Fisichella in die Schranken weist.
Schwerer wird es dagegen für den zweiten Neuling in einem Top-Team, Lewis Hamilton. Bei McLaren hat er es mit keinem geringeren als Weltmeister Fernando Alonso zu tun. Eine klare Sache könnte man meinen. Jedoch gilt Hamilton als Ziehsohn von Teamchef Ron Dennis, der erklärtermaßen ein Gegner jedweder Stallorder ist. Gute Vorraussetzungen also für den Briten, zu einem Topfahrer heranzureifen und Alonso das Leben bei McLaren schwer zu machen. Zumal auch der Weltmeister, neu im Team ist und sich erst einmal beweisen muss. Eine Situation, die er in seinem alten Team nicht kannte, aller Querelen bei Renault am Ende der letzten Saison zum Trotz.

Doch nicht nur bei den "großen Drei" zeichnen sich interessante Duelle ab. Spannung verspricht auch der Zweikampf zwischen "Testweltmeister" Alexander Wurz und Youngstar Nico Rosberg bei Williams. Auch das Duell von Mark Webber in seiner ersten Saison bei Red Bull gegen Altstar Coulthardt kann als offen betrachtet werden. Bei Honda und Toyota bleibt hingegen alles beim alten. Nachdem Rubens Barrichello in Jahr 1 nach Ferrari noch nicht zeigen konnte, dass er mehr ist als die ewige Nummer zwei, will er Teamkollege Jenson Button dieses Jahr enger auf die Pelle rücken. Bei Toyota waren sich Ralf Schumacher und Jarno Trulli bisher ebenbürtig, das dürfte auch 2007 nicht anders sein.
Der Aufstand der Nachzügler
von Falko Schoklitsch
Zwar wurde und wird nach wie vor viel darüber diskutiert, ob Toro Rosso und Super Aguri im kommenden Jahr überhaupt regulär an der Formel 1 teilnehmen, wenn sie ihre aktuellen Chassis-Pläne weiterverfolgen oder nicht - die beiden behaupten sie agieren legal, andere Teams sagen das Gegenteil. Aber wenn man über diese Diskussion hinwegsieht, so bietet sich im kommenden Jahr das Potential, dass die bisherigen Nachzügler den Spitzenteams zumindest näher kommen. Der Grund dafür liegt in den Maßnahmen, die weitgehend verteufelt werden.

Die eingefrorenen Motoren bieten nach dem neuen Reglement fast gleichstand, was die Leistung betrifft. Da jedes Team die Grenze von 19.000 Umdrehungen in der vergangenen Saison geknackt hat, die Motoren nun aber auf diese Drehzahl begrenzt werden, sollte es da keine großen Unterschiede geben. Außerdem bekommen die so genannten "Kleinen" ja nicht irgendwelche Aggregate geliefert. Super Aguri hat den Honda-Motor, der in Monza wegen zu hastiger Entwicklung im Training zwar ein paar Mal rauchte, aber sonst genügend Power und auch Zuverlässigkeit bot, Toro Rosso und Spyker werden von Ferrari-Maschinen angetrieben und Red Bull Racing, das aufgrund von eingestellter Entwicklung des 06er-Autos am Saisonende auch zu den ganz Kleinen gehörte, darf den Weltmeister-Motor von Renault nutzen.
Doch es sind nicht nur die Motoren, die den Nachzüglern nach vorne helfen könnten. Spyker - ehemals Jordan, dann Midland - hat doch tatsächlich einiges an Sponsoren zusammengebracht und hat zwar ein kleines aber doch feines Budget. Man ist bereit zu entwickeln, nach vorne zu arbeiten und nicht nur Logos spazieren zu fahren. Super Aguri hat im vergangenen Jahr bereits große Schritte nach vorne gemacht und Red Bull Racing hat dermaßen in Personal und Infrastruktur investiert, dass die Verbesserung kommen muss. Inwieweit auch Toro Rosso davon profitieren kann, wird, wie gesagt, die weitere Diskussion über Kunden-Chassis zeigen.
Und dann sind da noch die Reifen, die nun für alle die Gleichen sind. Hier sollte also kein Grund mehr liegen, warum der eine schneller und der andere langsamer ist, zumindest, wenn sich alle gleich gut auf die neuen Pneus einstellen. Also, die Nachzügler werden aufrücken. Sollten Sie bei dieser Betrachtung Williams vermisst haben, dann auch noch etwas zu diesem Team. Langsam waren sie in der vergangenen Saison nicht wirklich, nur unzuverlässig. Eigentlich sollte so etwas über den Winter in den Griff zu bekommen sein, zumindest für das ehemals erfolgreichste Formel-1-Team der 90er Jahre.
Spiel, Spaß & Spannung
von Stephan Heublein

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