Fernando, Platz fünf in Indianapolis - bist du enttäuscht?
Fernando Alonso: Nein, nicht wirklich. Wir haben das Maximum aus unseren Möglichkeiten gemacht, mehr ging auf dieser Strecke nicht. Das gesamte Wochenende fehlte es meinem Rennwagen an Grip, daher wussten wir, dass das Rennen für uns sehr hart wird. Es kam dann auch genau so. Ab und an muss man einfach akzeptieren, nicht jeden Grand Prix gewinnen zu können, und seinen Job so gut wie nur möglich erledigen.
Du hast erläutert, auf der langen Gerade langsamer gewesen zu sein als dein Teamkollege Giancarlo Fisichella. Woran lag dies?
Fernando Alonso: Für meinen Achtzylindermotor war der USA-Grand Prix bereits das zweite Rennen. Nach dem strapaziösen Großen Preis von Kanada hatte er etwas Leistung eingebüßt, das ist ganz normal. Hinzu kam, dass Fisico bereits mit der jüngsten Motoren-Ausbaustufe antrat, die ich das erste Mal in Magny-Cours einsetzen werde. Dadurch war er einfach schneller auf der langen Gerade, also habe ich ihn noch im ersten Turn vorbeigelassen.
Bereitet dir die Performance der Ferrari hier in Indianapolis Sorgen?
Fernando Alonso: Nein. Renault F1 war einmal mehr das schnellste Team unter den Partnern von Michelin. Wir haben uns ganz gut geschlagen und alles herausgeholt, was möglich war. Auch wenn wir die Ferrari auf dieser Strecke nicht angreifen konnten: In den zehn bisherigen Saisonläufen haben wir neun Mal dank Michelin den Vorteil der besseren Reifen genossen, die Scuderia profitierte bislang nur hier. Wenn diese Balance so bestehen bleibt, mache ich mir keine Sorgen. Wir dürfen zufrieden sein mit dem, was wir bislang erreicht haben.
Formel 1-Rennen in Nordamerika haben es bislang nicht sehr gut mit dir gemeint. Wie froh bist Du, jetzt mit einem gesunden Vorsprung in der Fahrerwertung nach Europa zurückzukehren?
Fernando Alonso: In der Tat. Im vergangenen Jahr nahm ich exakt null Punkte aus Kanada und den USA mit. Dieses Mal waren es immerhin 14 Zähler, meine Führung in der WM ist weiterhin respektabel. Michael Schumacher konnte seinen Rückstand zwar ein wenig verkürzen, doch der Abstand ist weiterhin groß. Wir brauchen uns nichts vorwerfen.
Was glaubst du, wie das Kräfteverhältnis in Magny-Cours aussehen wird?
Fernando Alonso: Ich denke, wir werden in Frankreich zu unserer bekannten Stärke zurückfinden. Es ist der Heim-Grand Prix von Renault und Michelin, also ein wichtiges Rennen für uns alle, denn beide Firmen brennen auf eine Revanche für Indy. In den vergangenen beiden Jahren waren wir auf dieser Strecke stets sehr schnell.

diese Formel 1 Interview