Er feiert am Freitag seinen 31. Geburtstag: Dort, wo er in den beiden letzten Jahren schon auf eine andere Art zweimal Geburtstag feiern konnte oder musste - je nach Interpretation: In Indianapolis erlebte Ralf Schumacher 2004 im Rennen und 2005 im Training zwei der schwersten Unfälle seiner Karriere, nach den Wirbelbrüchen 2004 musste er zweieinhalb Monate pausieren, 2005 kam er glimpflicher davon, war schon beim nächsten Rennen wieder am Start.
Und obwohl er eigentlich der Meinung ist, dass die Formel 1 in Indy wegen der überhöhten Kurven gar nicht fahren sollte, geht er ohne besondere Bedenken in das Training - das sagt er zumindest: "Dreimal hintereinander Pech geht einfach nicht. Deshalb gehe ich mit einem ganz normalen Gefühl an das Rennen ran."
Und hofft dabei, an diesem Wochenende gleich zwei Pechsträhnen auf einmal beenden zu können. Nicht nur die von Indianapolis, wo er nicht nur die beiden Horrorunfälle zu verkraften hatte, sondern wo er überhaupt noch nie einen Punkt holte und nur ein einziges Mal ins Ziel kam - im Jahr 2002 als sage und schreibe 16. Sondern auch die schwarze Serie in dieser Saison - in den letzten sechs Rennen sprang für den Wahl-Salzburger gerade mal ein einziges Pünktchen heraus, zuletzt in Kanada erlebte er eines der schlimmsten Rennwochenenden seiner Karriere, als er nach falscher Reifenwahl ziemlich hilflos über den Asphalt schlitterte.
Woraufhin er so schnell wie möglich aus Kanada abreiste, sich in den USA mit Fitnesstraining und Golf spielen die Zeit vertrieb - und jetzt auf eine Wende zum Besseren hofft. "Es wäre das schönste Geburtstagsgeschenk für mich, wenn ich hier zum ersten Mal ganz weit vorn ins Ziel kommen würde. Bridgestone wird mir schon den richtigen Reifen liefern." Nach dem Wechsel der Reifenmarke seines Toyota-Teams muss er nun zumindest nicht mehr mit dem Gummi antreten, der für die beiden Reifenschäden und damit die Unfälle in den beiden letzten Jahren verantwortlich war - zumindest psychologisch sicher kein unwichtiger Faktor für den Umgang mit der Vergangenheit...

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