Nach einem enttäuschenden Wochenende in Montreal hofft Ralf Schumacher auf mehr Glück in den USA, auch wenn der Deutsche mit etwas zwiespältigen Gefühlen nach Indianapolis fährt. "Natürlich habe ich gemischte Erinnerungen an Indianapolis, nicht zuletzt von letztem Jahr." Die Entscheidung, aufgrund der Reifenprobleme nicht zu starten, hält er nach wie vor aber für richtig. "Es wäre ein zu großes Risiko gewesen zu starten und die Sicherheit der Fahrer muss an erster Stelle stehen. Es liegt in der Natur eines Rennfahrers, fahren zu wollen, aber ich hoffe, dass die Fans es verstehen, dass es letztes Jahr unmöglich war," so Schumacher. Er hoffe jetzt auf ein problemloses Wochenende in den USA und hoffe, dass man den amerikanischen Zuschauer wieder eine Formel 1 zeigen könne, wie sie sein soll.

Schumachers Teamkollege Jarno Trulli, der in Kanada mit seinem fünften Platz die ersten Punkt der Saison nach Hause fahren konnte, denkt als erstes auch an das Skandalrennen vergangenes Jahr, als nur die sechs mit Bridgestone-Reifen ausgestatteten Autos ein einsames Rennen bestritten. "Es hat mir für die Zuschauer sehr leid getan, aber wir hatten keine Wahl weil das Risiko einfach zu groß war," bekräftigt der Italiener. Es sei ihm besonders hart gefallen, aus dem Auto zu steigen, insbesondere, da er auf Pole stand, aber, "ich hätte unter diesen Bedingungen kein Rennen fahren wollen. Jetzt hoffen wir auf ein besseres Wochenende für alle."

Wie auch Ralf Schumacher freut sich Trulli sehr auf das kommende Rennen auf der legendären Strecke in Indianapolis, denn die ganz besondere Atmosphäre zieht nicht nur die Zuschauer in ihren Bann. "Indianapolis ist ein ganz besonderes Rennen," so Trulli, "und ich genieße sowohl die Atmosphäre an der Strecke als auch die in der Stadt, weil die Leute da alle so freundlich sind. Am meisten hoffe ich aber, dass wir mit einer guten Show die Erinnerungen an letztes Jahr auslöschen können."

Chefdesigner Pascal Vasselon beschreibt die speziellen Anforderungen, die ein Kurs wie der Indianapolis Motor Speedway an das Team stellt. Auf der einen Seite der über 20 Sekunden lange Hochgeschwindigkeitsabschnitt auf dem Oval, bei dem man gerne so wenig Abtrieb wie möglich hätte und auf der anderen Seite, das kurvenreiche Infield, wo ein gut ausbalanciertes Auto lebenswichtig ist. "Diese Strecke stellt Anforderungen, die zu einem unmöglichen Kompromiss führen, sowohl bei der Aerodynamik als auch bei den Reifen." Die Reifen, der Stein des Anstoßes 2005, sollten dieses Jahr aber kein Problem mehr darstellen, meint der Toyota-Mann. "Die Situation letztes Jahr hat sich daraus entwickelt, dass man die speziellen Bedingungen vorher nicht simulieren konnte." Dieses Jahr seien aber beide Reifenhersteller vorbereitet und hätten ihre Lektion gelernt, da ist sich Vasselon sicher.