Fernando, du hast zuletzt drei Rennen in Folge gewonnen. Wie sieht deine Zielsetzung in Montreal an diesem Wochenende aus?

Fernando Alonso: Kanada stand schon zu Saisonbeginn ganz oben auf meiner To-do-Liste. Ich bin hier noch nie aufs Podium gekommen, also muss das in diesem Jahr mein Ziel sein. Ich werde alles tun, um das zu erreichen.

Wie schätzt du die Leistungsfähigkeit des Renault R26 auf diesem Kurs ein, der aus langen Geraden und engen Kehren besteht?

Fernando Alonso: In den vergangenen Jahren kamen eigentlich alle Renault Modelle hier sehr gut zurecht. Ich bin zwar 2005 und 2004 nicht ins Ziel gekommen, aber wir waren beide Male sehr schnell. 2003 fuhr ich die schnellste Rennrunde. Daher denke ich, dass uns die Strecke gut liegt.

Welche Anforderungen stellt der Circuit Gilles Villeneuve ans Auto?

Fernando Alonso: Dieses Rennen geht immer stark aufs Material. Es gibt meist viele Ausfälle, weil die Motoren hart gefordert werden. Dann ist da die immense Belastung der Bremsen, und die ständigen Beschleunigungsvorgänge aus den langsamen Ecken heraus stressen den gesamten Antriebsstrang. Ich glaube, von diesen Punkten sind die Bremsen der wichtigste. Wir fahren mit wenig Abtrieb, und das Auto fühlt sich in den Bremszonen viel leichter an als üblich. Also musst du viel Vertrauen in die Bremssysteme haben - und wir haben intensiv daran gearbeitet, dieses richtige Gefühl zu bekommen.

Wie kommst du mit den wechselnden Grip-Verhältnissen zurecht, wenn sich die Strecke im Lauf des Wochenendes verbessert?

Fernando Alonso: Wir wissen im Vorfeld, dass das Grip-Niveau während des gesamten Wochenendes steigen wird. Am Sonntag wird jede Kehre, jede Bremszone und jeder Kurvenausgang mehr Haftung bieten als am Freitag. Das heißt, dass wir bei der Abstimmung ein bewegliches Ziel verfolgen, also vieles schätzen und vorausberechnen müssen - das gilt auch für die Reifenauswahl. Aber wir besitzen aus den Vorjahren eine Menge gutes Datenmaterial. Am Sonntag war unser Auto immer gut abgestimmt, deshalb erwarte ich aus dieser Richtung keine Probleme.

Vor dem Kanada-Grand Prix beträgt dein Vorsprung in der WM 23 Punkte. Kannst du dich schon darauf beschränken, diesen Vorsprung zu verteidigen?

Fernando Alonso: Ganz bestimmt nicht. Die Saison ist noch nicht einmal halb um, und mit Ferrari haben wir einen ganz starken Gegner. Vergangenes Jahr kämpften wir gegen Teams, die mehr mit ihrer Zuverlässigkeit beschäftigt waren als mit Rennsiegen - das wird bei Ferrari ganz sicher nicht der Fall sein. Sie können uns in jedem Rennen gefährlich werden, auch in Kanada. Deshalb werden wir weiter angreifen, aggressiv taktieren, fahren und entwickeln. Wir werden bei jedem Grand Prix neue Teile am Auto haben und versuchen, aus jedem Lauf das Maximum herauszuholen. Das ist der einzige Weg für uns.