Lewis Hamilton ist derzeit in aller Munde. Der Dominator der F3 Euro Series des vergangenen Jahres eilt nun auch in der GP2 von Sieg zu Sieg. Dafür erntet er im gesamten F1-Umfeld unzählige Lobeshymnen. Selbst Ron Dennis gibt mittlerweile zu, dass sein langjähriger Schützling im nächsten Jahr in der Königsklasse aktiv sein wird.
Timo Glock ging bei all dem Jubel und Trubel um den jungen Briten etwas unter. Der Deutsche hatte es sich nach seinem Wechsel aus der Champ Car Serie in die GP2 fest vorgenommen um Siege und möglicherweise den Titel zu kämpfen. Damit wollte er den Weg zurück in die Formel 1 finden. Dort war er bereits als Test- und Stammfahrer für das Jordan Team aktiv. Timo holte bei seinem F1-Debüt in Kanada sogar auf Anhieb WM-Punkte!
Nach einem enttäuschenden Saisonstart mit BCN Competicion räumte Timo jedoch schon zur Saisonmitte ein, dass es mit dem angepeilten Erfolgen und einer Position unter den Top3 der Meisterschaft nichts werden würde. "Das können wir uns abschminken", sagte er uns offen.
"Als Insider wusste man, dass es nicht an ihm gelegen hat und er das fahrerische Können besitzt, um auf das Podium zu fahren", analysierte motorsport-magazin.com-Experte Sven Heidfeld die Situation um Timo. "Aber wenn man ein ganzes Jahr bei einem Team fährt, bei dem es nicht läuft, bleibt es dennoch negativ am Fahrer haften. Dadurch wäre es schwierig gewesen die Karriere im nächsten Jahr korrekt fortzusetzen." Sprich: Die Rückkehr in die Formel 1 zu schaffen.
Nach seinem Teamwechsel zu iSport und einem spektakulären Auftritt bei den letzten beiden Läufen in Silverstone, sieht die Welt jedoch wieder ganz anders aus. Mit Platz 2 im Hauptrennen und einer furiosen Aufholjagd im 2. Lauf war Timo der einzige Pilot, der den Speed des gefeierten Hamilton mitgehen konnte. Seine starken Überholmanöver sorgten zudem auch im F1-Fahrerlager für hochgezogene Augenbrauen.
"Mit dieser Vorstellung hat er absolut gezeigt, dass er zu Recht in der Formel 1 war und dort auch wieder hingehört", betont Sven. Und auch Timo war froh, dass er sein Können unter Beweis stellen konnte. "Meine Pechsträhne der vorangegangenen Rennen war damit endgültig vergessen und ich konnte beweisen, dass der enttäuschende Saisonstart nicht an meinen Leistungen gelegen hat. Das war ja auch der Grundgedanke für dieses erste Wochenende bei meinem neuen Team."
Deshalb waren Timo Punkte überhaupt nicht wichtig. "Viel wichtiger war zu sehen, wie gut unser Auto funktioniert und dass ich eine Chance gehabt hätte mit Hamilton um den Sieg zu kämpfen." Das stimmt ihn für die nächsten Rennen positiv. "Mir macht es momentan sogar so viel Spaß, dass ich am liebsten gleich am nächsten Wochenende wieder fahren würde." Wenn es bei den nächsten Rennen genauso weiter geht, kann er sein Duell gegen Lewis Hamilton 2007 vielleicht eine Etage höher austragen...



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