Wie bereits angekündigt, hat Honda auf die anhaltende Erfolglosigkeit mit einer Umstrukturierung des Teams reagiert. Wie erwartet, wird Technikdirektor Geoff Willis von seiner Tätigkeit an der Rennstrecke "befreit", um sich künftig intensiver um die Weiterentwicklung des Fahrzeugs widmen zu können.

"Geoff hatte nicht genügend Zeit, um sich um die Entwicklungsarbeit zu kümmern - deshalb mussten wir diese Zeit herbeischaffen. Wir sind ein Team und müssen einander helfen - Geoff hatte zu viel Arbeit am Hals, er musste alles erledigen und das war zu viel", erklärte Shuhei Nakamoto, der Engineering Director von Honda Racing, gegenüber Autosport.

Schon bei den kommenden Überseerennen wird Geoff Willis nicht mehr vor Ort sein - seine Aufgaben übernimmt künftig wie erwartet Jacky Eeckelaert, der im letzten Jahr von Sauber zu den Japanern übersprang. Schon ab Kanada möchte man auch hinsichtlich der Reifenwahl andere Wege beschreiten - ein Schwachpunkt des Teams, welcher schon vor einigen Rennen den Renault-Chefstrategen Pat Symonds dazu veranlasste, gegenüber dem Telegraph darüber zu spötteln, dass man bei Jenson Button stets die falsche Reifenwahl getroffen habe. "Wenn mir das passiert wäre, würde ich wahrscheinlich nach einem neuen Job Ausschau halten", sagte Symonds.

Fry sagte dazu: "Michelin hat sich bereit erklärt, eine unterschiedliche Entwicklungsrichtung einzuschlagen, wenn wir das wollen und wir sind nun geneigt, dies zu tun. Wir müssen tun, was für uns am besten ist."

Der RA106 sei "in vielerlei Hinsicht ein sehr gutes Auto", sagt Honda-Teamchef Nick Fry. Aber: "Wir denken, dass gewisse Bereiche verbessert werden müssen - und es ist die beste Lösung, wenn sich Geoff auf ein solches Spezialgebiet, wenn Sie es so nennen wollen, konzentriert."

Honda schließt auch weitere Änderungen in der Teamstruktur nicht aus, sollte sich die Lage nicht verbessern.