Überraschend, man könnte beinahe sagen: aus dem Nichts heraus, gab die B-Version des Toyota TF106 vor einigen Wochen im südfranzösischen Le Castellet ihr Testdebüt. Noch überraschender war aber der Name des Autos, der an drei aufeinander folgenden Tagen in den Press Releases der Japaner angeführt wurde: TF106/07B.

"TF106/07B?", fragten wir uns schon damals: Wie um alles in der Welt kommen die Weiß-Roten auf so einen Namen? Entweder es ist ein TF106B oder schlimmstenfalls ein TF106B/07, wobei fragwürdig ist, warum die B-Version des TF106 überhaupt etwas mit dem nächstjährigen TF107 zu tun haben sollte. Öffentlich äußern wollte man solch wirre Gedankengänge natürlich nicht...

Nun gut dachten wir uns, vielleicht ist beim Abgang von Mike Gascoyne etwas durcheinander geraten. Oder vielleicht war die Benennung des B-Autos die tiefgehende "Meinungsverschiedenheit" im technischen Bereich, die letztlich zur Trennung der Ehe Gascoyne-Toyota führte...

Wirklich Ruhe ließ uns die Situation jedoch nicht. Nachdem nun einige unserer Leserinnen und Leser von der Bezeichnung des Autos leicht verwirrt wurden, hier die große Erleuchtung: Die Japaner haben das B in ihrer Fahrzeugbezeichnung an einer äußerst, nennen wir es einmal, unüblichen Stelle platziert. Demnach steht die 07 nicht für den TF107, sondern für das siebte Chassis aus der Produktion des TF106. Nur das B am Ende scheint sich fälschlicherweise hinter den Strich und die Chassisnummer verirrt zu haben.

Der Beweis: Am Nürburgring saß Ralf Schumacher im TF106/05 und Jarno Trulli im TF106/04. Wenn wir davon ausgehen, dass Chassis Nummer 6 (das erste B-Fahrzeug) für den FIA-Crashtest benutzt wurde, fand sich Jarno Trulli in Le Castellet tatsächlich im TF106/07B wieder. Nur sollte dieser besser TF106B/07 für TF106 in der B-Version und Chassis Nummer 7 heißen. Alles klar? Okay, Rätsel gelöst. Als nächstes versuchen wir herauszufinden, warum wir da nicht früher drauf gekommen sind...