"Nur ein kleines Bisschen", antwortet Franck Montagny zunächst gespielt cool auf die Frage, ob sich sein Leben seit dem Europa-Grand Prix, bei dem er Yuji Ide als Super Aguri-Einsatzpilot ersetzen durfte, gewaltig verändert habe. Um dann hinzuzufügen: "Vom Wohnzimmer auf die Rennstrecke - jawohl, mein Leben hat sich gewaltig verändert." Montagny bringt als früherer Renault-Tester viel Knowhow mit, doch: "Ich denke, den aktuellen Wagen können wir sicher nicht mehr verbessern." Aber man könne Rückschlüsse ziehen, was den kommenden "reinrassigen" Super Aguri SA06 betrifft, räumte Montagny ein. Der Spanien-GP ist für ihn ein halbes Heimrennen: "Ich habe vier Jahre lang in Barcelona gelebt, eine wunderschöne Stadt..."
Seinen richtigen Heim-GP bestritt Nico Rosberg auf dem Nürburgring - alles lief bestens, der Williams-Pilot holte Platz 7: "Der Nürburgring ist eine der Strecken, die ich über die letzten Jahre sehr gut kennen gelernt habe, ich habe dort viele Rennen bestritten und auch ein paar großartige Erfolge gefeiert. Daher fühlte ich mich sehr wohl, als ich auf die Strecke fuhr." Und natürlich kennt Rosberg auch den Catalunya-Circuit. Mit seiner bislang gezeigten Performance zeigt sich Formel 1-Rookie Rosberg zufrieden.
Für Felipe Massa war sein Podestplatz auf dem Nürburgring "sehr sehr wichtig" - so eine Platzierung würde einem Fahrer ein Glücksgefühl geben - und "die Motivation, auch beim nächsten Mal wieder einen guten Job abzuliefern". Massa hat einen neuen Renningenieur - der alte sei natürlich auch "sehr, sehr gut" gewesen, doch der neue würde am Boxenfunk "über alles sprechen, nicht nur über das Setup", verrät der Brasilianer.
Pedro de la Rosa bestreitet am Wochenende seinen Heim-GP - doch im Normalfall wird er keinen Meter auf der Strecke zurücklegen, da er als Ersatzpilot bei McLaren fungiert. De la Rosa attestiert: "Das größte Problem wird für alle hier die Reifenabnützung sein - vor allem, was die Vorderreifen anbelangt."
Für Fernando Alonso ist das - ausverkaufte - Heimrennen nicht komplizierter als jedes andere Rennen auch, sagt er: "Da gibt es keinen Unterschied. Für mich ist das ein normales Rennen - nur dass es auf den Tribünen mehr Unterstützung für mich gibt, was sicherlich eine zusätzliche Motivation für mich darstellt." Ferrari würde ihm "nicht mehr Sorgen als McLaren und Honda" bereiten, sagt Alonso. "In den ersten fünf Rennen lief es für Renault und Ferrari perfekt und die beiden Teams konnten alle fünf Rennen gewinnen - aber ich denke, dass auch McLaren und Honda die Pace haben..."
Ob er mehr Befriedigung erlangen würde, wenn er Michael Schumacher anstatt einen der anderen Piloten schlagen könne, wird Alonso gefragt. Er antwortet: ""Ja, normalerweise schon. Es gibt einem schon mehr, wenn man die großen Namen schlagen kann." Einen Vergleich der Entwicklungsarbeit zwischen Renault und Ferrari will Alonso nicht ziehen, denn: "Wir fahren mit verschiedenen Reifenfabrikaten."
Dass man in Spanien an den Tankstellen lebensgroßen Alonso-Figuren aus Pappkarton begegnet, sei für ihn "seltsam, sehr seltsam", gibt Alonso zu. "Vor zwei Jahren hat in Spanien eine halbe Million Menschen das Rennen im Fernsehen betracht, heute sind es zehn Millionen. Das ist eine große Veränderung - heute ist die Formel 1 ein Sport, über den man in Spaniens Straßen spricht", sagt Alonso. Zu McLaren-Mercedes, seinen künftigen Arbeitgeber, habe er zurzeit keinerlei Kontakt, schwört er: "Nein, überhaupt nicht."
Und der Werbespot, in dem Alonso einige raffinierte Tanzschritte zeigt? "Ja, das bin ich - ich habe mich zwei Monate darauf vorbereitet", antwortet der Weltmeister. Um lachend hinzuzufügen: "Nein, das bin nicht ich in dem Spot. Das war nur ein Scherz." Und weil auch die Fußball-Weltmeisterschaft naht - wer wird gewinnen? Alle anwesenden Fahrer setzen auf Brasilien, nur De la Rosa sagt: "Natürlich Spanien."

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