Nach der blamablen Vorstellung beim Grand Prix von Australien hackte insbesondere die italienische und die deutsche Presse gnadenlos auf Michael Schumacher und sein Team ein. Es würde ihm an Motivation fehlen und sogar, er sei nicht mehr schnell genug und sollte doch besser aufhören und das Feld den Jüngeren überlassen, konnte man lesen. Da musste sogar Ferrari Präsident Luca di Montezemolo seinen Star und die 50 Millionen Dollar Gehalt, die die Scuderia dem Deutschen pro Jahr zahlt, verteidigen. "Der Präsident kennt mich gut und kennt auch meine Qualitäten und meine Schwächen," sagte Schumacher jetzt zur Gazzetta dello Sport.

Schumachers Crash in die Mauer beim Grand Prix von Australien veranlasste auch Formel 1-Vetran Niki Lauda dazu, öffentlich die Motivation und Konkurrenzfähigkeit des 37-jährigen Deutschen anzuzweifeln. Er solle doch zurücktreten, solange seine Knochen noch heil seien und "in der Formel 1 ist es wichtig sich zum richtigen Zeitpunkt zurückzuziehen," sagte der Österreicher im Blick. Michael Schumacher bleibt von der Schelte jedoch völlig ungerührt und meinte nur, dass er eben einen Fehler gemacht hätte und die Kritik daher auch völlig berechtigt sei. Das sei ganz normal. "Das wichtige ist nur, dass man aus seinen Fehlern lernt," gab er bei RTL zu Protokoll.

Von Rücktrittsgerüchten will man auch bei Ferrari nichts wissen. Ein 'hochrangiges Teammitglied' wird in der Welt am Sonntag zitiert, "es scheint so, dass sich noch niemand klar geworden ist, dass Michael sich ein Leben ohne Rennsport nicht vorstellen kann. Er will Rennen fahren und er wird auch Rennen fahren." Was Schumacher letztendlich beschließt, wird wohl viel von den weiteren Ergebnissen in den nächsten Monaten abhängen. Mitte des Jahres will er seine Entscheidung treffen. Dass es ihm an Motivation aber nicht mangelt, beweist er, indem er anstatt zu seiner Familie in die Schweiz zu fahren, weiter Runde um Runde testest um in Imola am 23. April wieder um den Sieg mitfahren zu können.