Den Namen Alex Yoong haben viele Formel 1-Fans wohl noch als eine Art von Inbegriff des klassischen Bezahlfahrers in Erinnerung. Der schnellste Mann Malaysias bestritt in den Jahren 2001 und 2002 insgesamt 15 Grand Prix für das notorisch hinterbänklerische Minardi-Team - nur dank seiner malaysischen Sponsoren konnte er seinen Platz in dem schwarzen Boliden ergattern. Seine Erfolge in der Königsklasse des Automobilrennsports waren mäßig - auch wenn Yoong das Kunststück eines siebenten Platzes beim Grand Prix von Australien 2002 gelang. Nur hatte Yoong damals gleich doppelt Pech: Zum einen gab es erst ab 2003 WM-Punkte für die Top 8 und zum zweiten war der besagte GP jenes legendäre Rennen, in dem sein damaliger Minardi-Stallkollege Mark Webber seine Landsleute mit dem formidablen fünften Platz zu Freudentränen rührte, während die Yoong'sche Leistung nahezu unbeachtet blieb.

Jedenfalls war es damals Usus, den Namen Yoong immer dann ins Spiel zu bringen, wenn es um die "Plage der Paydriver" ging - denn zu dieser Zeit gab es noch private Formel 1-Rennställe, die weder einem Automobil-, noch einem Getränke- oder Stahl-Konzern gehörten und diese Teams mussten auf die Bezahlfahrer zurückgreifen, um ihr Überleben zu sichern. Mittlerweile sind sie bekanntlich - bis auf Neo-Privatier Williams - ausgestorben. Und auch für Alex Yoong war kein Platz mehr in der Formel 1.

Hält nicht viel von der F1 - Alex Yoong., Foto: Sutton
Hält nicht viel von der F1 - Alex Yoong., Foto: Sutton

"In der Formel 1 fahren keine Nasenbohrer", brachte es vor einigen Wochen Red Bull Racing-Pilot Christian Klien in einem Gespräch auf den Punkt - und auch Alex Yoong hat vor seinem F1-Einstieg einige Erfolge verzeichnen können, wenngleich er damals sicherlich nicht zu den besten Nachwuchspiloten der Szene zu zählen war. Doch immerhin: Acht Siege in der Formel Asia, ein zweiter Platz in der britischen Formel 3 im Jahr 1998, ein zweiter Platz in der europäischen Formel 3000 im gleichen Jahr und ein weiterer zweiter Platz bei einem historischen Formel 1-Rennen auf der selektiven Strecke von Monaco.

Pole und Sieg in Shanghai

Einen weiteren Beweis seiner Fähigkeiten konnte Alex Yoong unlängst in der neuen A1GP-Serie abliefern. Beim großen Saisonfinale in Shanghai stellte Yoong seinen gelben Malaysia-Boliden auf die Pole-Position, gewann das Sprintrennen und wurde im Hauptlauf hinter dem Tschechen Tomas Enge Zweiter. Dabei hatte Yoong illustre Gegner, darunter frühere und künftige F1-Piloten bezwungen, wie Jos Verstappen, Christian Fittipaldi, Giorgio Mondini, Ryan Briscoe, Patrick Carpentier, Enrico Toccacelo, Darren Manning oder den neuen DTM-Piloten Mathias Lauda.

Haben sich die Entscheidungsträger auf den Kommandobrücken der Formel 1 in Alex Yoong getäuscht? Hat man ihn unterschätzt? Kann man nun gar mit einem F1-Comeback des 29jährigen rechnen? Wohl eher nicht. Und zwar nicht nur, weil in der Formel 1 längst die nächste Generation auf ihre Chance wartet, sondern weil Alex Yoong der Königsklasse in den meisten Fällen beinhart eine Abfuhr erteilen würde.

In einem Gespräch mit China Daily schwor Yoong: "Ich würde definitiv die A1GP-Serie bevorzugen. Das müsste schon ein guter Deal für mich sein, um in die Formel 1 zu wechseln - ein sehr guter Deal!"

In der Königsklasse des Automobilrennsports würde es lediglich darum gehen, dass "ein Hersteller gegen den anderen Hersteller kämpft", es würde um "Motoren-Deals" und vor allem "um viel Geld" gehen, meinte Yoong. Übrigens: Sein Team Malaysia wurde im ersten A1GP-"World Cup Of Motorsports" hinter Frankreich, Schweiz, England und Holland Fünfter - bei insgesamt 22 teilnehmenden Ländern.