Die Gebete im Fahrerlager vor dem Rennen, dass doch irgendjemand dieses Rennen gewinnen möge, nur bitte kein Renault, gingen zum Leidwesen vieler nicht in Erfüllung. Die Franzosen konnten im dritten Saisonrennen den dritten Sieg feiern und bewiesen wieder einmal eindrucksvoll die Dominanz der Blau-Gelben.

"Das war ein ganz anders Rennen im Vergleich mit den anderen beiden diese Saison," gab er zu Protokoll. "In Bahrain kämpfte ich ganze Zeit mit Michael (Schumacher) in Malaysia kämpfte ich mit Jenson (Button) um Platz zwei, aber heute ging alles ganz leicht. Es gab keine Zweikämpfe und ich war fast das ganze Rennen sehr entsannt."

Ein komfortabler Vorsprung auf die Konkurrenz und bravouröse Restarts nach den diversen Safety-Car-Phasen ließen Alonso das Rennen ungefährdet anführen. Trotzdem warnt der Weltmeister aber, die Erwartungen für den Rest der Saison zu hoch zu schrauben. "Bisher waren wir auf allen Strecken und unter allen Bedingungen sehr stark. Imola ist aber eine ganz andere Herausforderung und wir müssen die Ruhe bewahren und es ruhig angehen, denn wir wissen, dass es da schwieriger werden könnte als je zuvor."

Giancarlo Fisichella, der von Startplatz zwei aus ins Rennen gehen wollte, musste letztendlich aus der Boxengasse starten, da der Motor am Start abgestorben war. Der Italiener wusste nach seinem fünften Platz dann auch nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. "Nach einem Rennen wie diesem habe ich gemischte Gefühle. Es ist aber toll, aus der Boxengasse zu starten und Fünfter zu werden, ganz besonders in so einem aufregenden Rennen," meinte er. "Man hat heute aber auch gesehen, dass ich das Auto hatte, um mit Fernando um den Sieg zu kämpfen, deshalb bin ich auch sehr enttäuscht, dass ich das nicht ausnutzen konnte."

Technische Probleme am Renault machten ihm das Leben auch noch zusätzlich schwer. "Im größten Teil des ersten Stints hatte ich auch keine Telemetrie - also habe ich die Ingenieuren ständig über den Benzinverbrauch auf dem laufenden gehalten und musste ihnen über das Auto erzählen während ich andere überholte. Nach dem letzten Boxenstopp hat dann auch die Kupplung des Geist aufgegeben, was wir erst ein paar Runden vor Schluss reparieren konnten." Als Zweiter in der WM-Wertung fährt der Römer nun aber relativ entspannt zum Heimrennen in Imola.

Ein lachendes und ein weinendes Auge hatte auch Teamchef Flavio Briatore, der von einem "phantastischen Sieg" für Fernando Alonso sprach, aber auch mit seinem zweiten Fahrer Giancarlo Fisichella mitlitt, der wieder einmal mit Problemen zu kämpfen hatte. "Wir haben diese Probleme erst gegen Ende des Rennens gelöst, aber da war es zu spät für ihn um in die Nähe des Podium zu kommen." Danach hätte sein Landsmann aber zeigen können, was das Auto hergeben konnte und so hätte man auch mehr Punkte sammeln können als die Konkurrenz. "Wir sind in einer starken Position, aber wir werden auch weiter alles geben," versprach der 55-jährige.