Für McLaren Mercedes gibt es normalerweise nur Siege. Nicht umsonst ist der Zweite für Teamboss Ron Dennis der erste Verlierer. In Melbourne zogen die Silbernen jedoch viel Positives aus der Rolle des besten Verlierers.

"Der Speed war da, das ist erfreulich", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Der gute Teil der Geschichte ist Kimi. Mit der neuen Nase war er vom Speed her so unterwegs, dass er eben auch mit Alonso kämpfen konnte. Vom Speed her haben wir die Lücke zu Renault geschlossen und auch von der Motorenseite her haben wir einen guten Schritt gemacht. Wir haben das ganze Rennen über extrem hohe Drehzahlen gefahren. Das Paket stimmt." Dennoch müsse man das Paket jetzt weiter verbessern.

Dem kann Ron Dennis nur zustimmen: "Zum Schluss hat Kimi die schnellste Runde hingelegt, das zeigt, dass wir die Siegfähigkeit zurückgeholt haben. Im letzten Jahr hatten wir zu dieser Zeit viel mehr Punkte Rückstand. Der Motor war stark und wir haben jetzt eindeutig die Möglichkeit, in der Zukunft ein Rennen zu gewinnen."

Entsprechend zeigte sich auch Kimi Räikkönen trotz des fehlenden Sieges "mit dem Paket zufrieden". Auch er sieht die Chrompfeile "auf einem Level" mit Renault. "Ich habe den Zweikampf mit Juan Pablo am Start sehr genossen, aber danach holte ich mir einen Bremsplatten bei meinem Manöver gegen Jenson. Dann brach plötzlich die Endplatte meines Frontflügels, möglicherweise wegen der starken Vibrationen. Das Ergebnis war ein starkes Untersteuern und ein Zeitverlust auf Fernando." Dies könnt ihn die Chance gekostet haben, um den Sieg mitzufahren.

"Da war heute jede Menge los", lautete das Fazit von Juan Pablo Montoya. Und Recht hatte der Kolumbianer, der selbst für die Hälfte der Zwischenfälle sorgte. Zuerst beging er einen Fehler auf der Einführungsrunde und drehte sich. "Glücklicherweise wurde der Start abgebrochen und ich konnte meinen 5. Startplatz wieder einnehmen. Während der ersten Safety Car Phase hatte ich aber leider noch einen Dreher, der mich zwei Plätze kostete." Ohne all diese Probleme hätte er "heute auf dem Podium stehen" können. "Aber als ich Ralf verfolgte kam ich auf den Kerb und verlor das Auto beinahe. Leider wurde beim Schlag auf den Kerb ein System aktiviert, das den Motor abschaltete. Das war wirklich schade, da das Paket fantastisch war."