Nachdem in der Winterpause etliche Stimmen laut wurden, die Renault keine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung einräumten, sieht Flavio Briatore seine Mannschaft als "Überraschung" der ersten beiden Saisonrennen an.

Aber nicht nur Renault hat dem Italiener in Bahrain und Malaysia mit zwei Siegen Freude bereitet. "Wir haben bislang eine fantastische Show gesehen", freute sich Briatore über die beiden Auftaktrennen. "Im ersten Rennen erlebten wir das Comeback von Ferrari, das der Formel 1 auf jeden Fall gut tut. Der Zweikampf zwischen Fernando und Michael steigerte die TV-Quoten weltweit, denn Michael und Ferrari sind und bleiben mit die größten Zugpferde im Grand Prix-Sport."

Neben Michael Schumacher bereitete Briatore auch sein Fahrergespann viel Freude. "Wir haben bewiesen, dass Renault auch 2006 an der Spitze stehen kann und werden alles daransetzen, die WM-Führung bis zum Gewinn beider Titel zu verteidigen."

Dabei zieht der Italiener sogar einen Vergleich zwischen seinem amtierenden Weltmeister und seinem Ex-Champion aus Kerpen. "Der eine ist Deutscher, der andere Spanier. Ansonsten könnten sie Zwillingsbrüder sein", sagte er gegenüber der Sport Bild über Alonso und Schumacher. Neben dem "immensen Talent" verbinde sie auch die Fähigkeit "auf ein Ziel hinzuarbeiten". Sie könnten alles andere ausblenden und sich nur auf das Ziel konzentrieren.

"Erinnern Sie sich an die Szene in Bahrain, als Felipe Massa Fernando nur ganz knapp verfehlt hat? Alle sagten: Mamma mia, da hat Alonso aber Glück gehabt. Nein, das war kein Glück. Glück brauchen normale Leute."

Flavio Briatore ist keinesfalls ein "normaler" Mensch. "Ich arbeite wie ein Berserker", sagt er von seinen 14 Stunden-Arbeitstagen. Der Lohn dafür soll am Ende des Jahres eine erfolgreiche Titelverteidigung sein. "Ich gehe davon aus, dass vier Fahrer um den Titel kämpfen. Da ist zunächst Fernando, dann Michael, wenn es bei ihm gut läuft. Ebenso Kimi. Und natürlich Fisico. Er hat dieses Jahr eine starke Position innerhalb des Teams, und wir haben in Malaysia gesehen, was er leisten kann."

Trotzdem bleibt Briatore bei seiner Meinung: "Für mich ist Renault die Überraschung des Jahres. Den ganzen Winter über mussten wir uns tausend Gründe anhören, warum wir dieses Jahr schlechter abschneiden würden. Wir haben uns nicht beirren lassen, sondern bewiesen, dass wir genau wissen, wie man effizient arbeitet, die Regeln umsetzt und die Saison managt. Kaum jemand erwartete uns vorne - aber hier sind wir."