Ralf Schumacher hat in Malaysia einen Punkt geholt, hatte aber im Qualifying einen Motorschaden. Was ist passiert?
Luca Marmorini: Ich war sehr enttäuscht da es kein typischer Fehler war, der von einem inneren Teil des Motors kam, wie von einem Kolben oder einer Verbindungsstange, es war nur eine kleine Welle, die die Ölpumpe antreibt. Diesen Teil hatten wir vom alten Motor übernommen, und das ist etwas, das wir seit drei Jahren benutzen. Das war sehr schade, denn obwohl Ralf schnell genug war, um in die Top Ten zu fahren, gab es noch Potenzial zur Verbesserung. Wir machen uns wegen dieses Defekts aber keine Sorgen weil es nichts ist, das noch einmal passieren sollte. Als die Welle brach, war der Motor bei voller Drehzahl einige Sekunden lang ohne Öl und man kann sich vorstellen, was da im Inneren los war!
Hatten Sie dann auch Bedenken wegen Jarnos Auto?
Luca Marmorini: Nein, denn wir hatten diese Laufleistung getestet. Als Motorenmann will man auf der einen Seite die Laufleistung limitieren, aber auf der anderen Seite ist es gut, längere Distanzen zu fahren, denn dann weiß man, dass man an den Freitagen mehr fahren kann, was dem Team beim Setup hilft.
Was ist mit der Logistik für Melbourne?
Luca Marmorini: Wir verschiffen die Motoren ein paar Tage nach Malaysia nach Melbourne und auch, wenn es vom Motor her keine Zeit zum Handeln gibt. Wenn wir aber feststellen sollten, dass die Welle, die kaputtgegangen ist, Teil einer fehlerhaften Ladung war, können wir sie leicht austauschen ohne, dass wir dafür den Motor öffnen müssen. Wenn wir aber herausgefunden hätten, dass wir ein größeres Problem haben, wie zum Beispiel eine Verbindungsstange oder ein Kolben, dann hätten wir keine Möglichkeit gehabt, irgendetwas vor Melbourne daran zu ändern. Wir sehen die ersten drei Rennen als ein einziges Rennen. Und dann ist natürlich auch noch Imola betroffen, denn das ist das zweite Rennen für einen Melbourne-Motor.
Ist Melbourne eine schwierige Strecke?
Luca Marmorini: Vom Motorengesichtspunkt her ist es keine besonders herausfordernde Strecke. In der Vergangenheit wurde sie nur als schwierig betrachtet weil es das erste Rennen war. Aus unserer Sicht könnte es dagegen nicht ganz einfach sein, die Reifen zu verstehen, denn in Melbourne kann sich wirklich eine Menge verändern was die Temperaturen und die äußeren Bedingungen betrifft, was es schwieriger macht, die richtige Entscheidung bezüglich der Reifen zu treffen.

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