Nach der ersten Standortbestimmung beim Saisonauftakt in Bahrain bleibt den Formel-1-Teams keine Verschnaufpause: Bereits am kommenden Sonntag steht der zweite von 18 Läufen zur FIA Formel-1- Weltmeisterschaft auf dem Programm. Das BMW Sauber Team freut sich auf den Einsatz in der Heimat von Hauptsponsor Petronas und fiebert den extremen Belastungen eines tropischen Hitzerennens entgegen.
Nick Heidfeld:
Der Große Preis von Malaysia ist in erster Linie wegen der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit außergewöhnlich. Ich habe damit im Grunde kein Problem. Im vergangenen Jahr bin ich von Startplatz zehn aufs Podium gefahren - es war für mich eines der aufregendsten Rennen überhaupt. Ich hatte harte Kämpfe und super viel Spaß. Wir haben in Sepang auch schon unglaubliche Wolkenbrüche erlebt. Aber auch damit lässt sich leben, ich fahre prinzipiell sehr gern auf nasser Strecke. Bislang bin ich in Malaysia so oder so immer gut zurechtgekommen. Ich kenne mich mittlerweile auch ganz gut im Land aus. Um mich zu akklimatisieren, habe ich dort schon öfter vor dem Rennen Kurzurlaub gemacht, und außerdem gab es schon oft Programm mit Petronas. Das ist die malaysische Öl- und Gasgesellschaft und war schon in den Jahren, als ich für Sauber fuhr, unser Sponsor. Wenn man sich die Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur anschaut, kann man erahnen, welche Bedeutung diese Firma im Land hat.
Jacques Villeneuve:
Beim Großen Preis von Malaysia hat das BMW Sauber F1 Team alle Hände voll zu tun, weil es das Heimrennen von unserem Hauptsponsor Petronas ist. Die Strecke ist recht interessant und körperlich sehr anstrengend. Vor allem wegen der hohen Querbeschleunigung in den lang gezogenen schnellen Kurven. Hinzu kommen sehr hohe Außentemperaturen und extreme Luftfeuchtigkeit. Für dieses Rennen muss man physisch wirklich sehr gut vorbereitet sein. Ich bin zuversichtlich für den Großen Preis von Malaysia.
Robert Kubica:
Sepang ist eine weitere Strecke, die ich noch nicht kenne, aber nach den guten Erfahrungen von Bahrain hoffe ich, dass ich diesen Kurs genau so schnell in den Griff bekommen werde. Natürlich will ich das Team so gut wie möglich unterstützen. Dabei wird es wichtig sein, dass ich viele Runden absolvieren und das geplante Programm vollständig abarbeiten kann. Das Bahrain-Wochenende hat sehr deutlich aufgezeigt, dass es wichtig ist, bereits am Freitag umfangreiche Daten zu sammeln. Ich bin noch nie unter solch extremen klimatischen Bedingungen gefahren wie sie in Malaysia herrschen und werde auch in dieser Beziehung wertvolle Erfahrungen machen. Gespannt bin ich auf Kuala Lumpur, und dabei im Speziellen auf die Petronas Twin Towers, über die ich schon viel gehört habe. Das wird in vielerlei Hinsicht ein weiteres interessantes Wochenende für mich.
Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
Nach der ersten Standortbestimmung beim Saisonauftakt freuen wir uns jetzt sehr auf die Heimat unseres Hauptsponsors Petronas. Es gibt wohl kaum eine Metropole, die so im Zeichen eines Unternehmens steht wie Kuala Lumpur unter den Petronas Twin Towers. Die BMW Group hat im Rahmen ihrer Asien-Strategie in den vergangenen Jahren das Engagement in Malaysia verstärkt. Dazu gehören eine Vertriebsgesellschaft, ein Teilevertriebszentrum und ein IT-Zentrum. Die thermischen Belastungen für die Motoren sind in Sepang enorm. Auch die Kraftstofftemperaturen steigen in kritische Bereiche. Auf die Hitze bereitet sich jedes Team mit zusätzlichen oder größeren Motorkühllufteinlässen an den Seitenkästen sowie Austrittsöffnungen in Form von Schlitzen, Kaminen oder Auspuffverkleidungen vor. Dabei müssen Aerodynamiker und besorgte Motoreningenieure immer einen Kompromiss eingehen.
Willy Rampf, Technischer Direktor Chassis:
Sepang ist eine interessante Strecke mit einer guten Mischung aus langsamen Kurven, die eine optimale Traktion erfordern, und schnellen Passagen, die eine hohe Stabilität voraussetzen. Besonders die Kurven 9 und 11 sind knifflig, da die Fahrer bei hoher Querbeschleunigung in die Kurven hineinbremsen. Entsprechend sorgfältig muss das Auto abgestimmt sein, und das verlangt besonders viel Arbeit an der Elektronik. Durch die geringere Leistung der V8-Motoren kommt zudem der aerodynamischen Abstimmung eine noch größere Bedeutung zu. Die zwei langen Geraden bieten die Möglichkeit zum Überholen, weshalb man den richtigen Kompromiss zwischen viel Abtrieb und einer optimalen Spitzengeschwindigkeit finden muss. Durch die Kombination aus dem ziemlich rauen Asphalt und den hohen Temperaturen sind die Reifen extremen Belastungen ausgesetzt.

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