Die Formel 1 startet am Samstag mit weiteren Strafen für Top-Piloten. Nachdem George Russell schon seit Freitag feststand, gesellen sich jetzt in Brasilien drei weitere Hochkaräter hinzu. Auch Charles Leclerc und Lewis Hamilton sowie Max Verstappen wechseln Teile. Verstappen erwischt es besonders schlimm.

Nach der Analyse der letzten Daten vom Freitag entschloss sich Red Bull, fast die komplette Power Unit zu wechseln. Verstappen überschreitet damit zum ersten Mal bei allen Teilen das Limit. Damit sammelt er so viele Plätze, dass die Strafe offiziell automatisch in einen "Start vom Ende des Feldes" umgewandelt wird.

Verstappen muss also das Rennen am Sonntag aus der letzten Reihe aufnehmen. Das Qualifying spielt für ihn heute keine Rolle mehr. "Es ist ein Platz, den er sehr gut kennt nach den letzten zwei Jahren", bemüht sich Teamchef Laurent Mekies um Optimismus. "Er hat in der Vergangenheit ein paar Wunder vollbracht, wenn er von ganz hinten losgefahren ist. Sicher wird er dieses Jahr noch ein paar schaffen."

2024 hatte Verstappen hier in einem legendären Regenrennen von Platz 17 kommend das Rennen sogar gewonnen. 2025 startete er aus der Boxengasse und erkämpfte sich trotzdem den dritten Platz.

Ferrari minimiert Motorstrafen für Hamilton & Leclerc in Brasilien

Anders geht es Ferrari an. Sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc bekommen in Brasilien den fünften von vier erlaubten Verbrennungsmotoren. Aber eben nur der Verbrennungsmotor. Zum ersten Mal das Limit bei nur einer Komponente zu überschreiten, bedeutet nur 10 Strafplätze pro Fahrer. Das bedeutet im besten Falle die Startplätze 11 und 12 für die Ferraris.

FahrerTeilNr.Strafe
Max VerstappenICE5 von 4+ 10 Plätze
TC5 von 4+ 10 Plätze
EXH5 von 4+ 10 Plätze
ANC6 von 6-
Charles LeclercICE5 von 4+ 10 Plätze
Lewis HamiltonICE5 von 4+ 10 Plätze
Sergio PerezICE5 von 4+ 10 Plätze
TC5 von 4+ 10 Plätze
MGU-K4 von 3+ 10 Plätze
ANC5 von 6-

Allerdings gab es bei Hamilton im dritten Training direkt Drama. Nach einer halben Stunde kam er mit einem ungesund klingenden Auto und Rauchentwicklung am Heck in die Box. Was genau der Schaden war, oder ob es den Tausch weiterer Teile und damit weitere Strafen nach sich ziehen könnte, ist noch nicht bekannt.

Noch ein vierter Fahrer wechselt am Samstag Power-Unit-Teile, nämlich Cadillac-Pilot Sergio Perez. Er überschreitet bei Verbrenner, Turbo und MGU-K erstmals das Limit. Damit wird seine Strafe wie die von Verstappen in einen "Start vom Ende des Feldes" umgewandelt. Wer von den beiden vom letzten Platz losfahren werden muss, wird anhand des Qualifying-Ergebnisses definiert.

Diese vier Fahrer gesellen sich zu George Russell, bei dem bereits seit Freitag die Motorstrafe feststeht. Da Russell aber nur ein Teil über dem Limit wechselt, und dieses zum wiederholten Mal in dieser Saison, muss er nur fünf Plätze in der Startaufstellung zurück.

Erklärt: So werden Formel-1-Strafen für die Startaufstellung gehandhabt

Das Sportliche Reglement der Formel 1 definiert inzwischen einen mehrstufigen Prozess, der eine Serie an zuvor vagen Richtlinien ersetzt hat und das Bauen der Startaufstellung völlig klar macht. Jede Startaufstellung beginnt mit dem Ordnen der Bestraften. Zuerst werden alle Fahrer mit 1 bis 15 Strafplätzen hergenommen. Bei jedem wird die Strafe auf das Qualifying-Ergebnis addiert. Daraus ergibt sich die erste Reihung der bestraften Fahrer in einer temporären Startaufstellung.

Landen zwei bestrafte Fahrer auf dem gleichen Platz, darf der Fahrer mit dem besseren Qualifying-Ergebnis um einen Platz vorrücken. Erst nach der Erstellung der temporären Straf-Reihenfolge werden allen unbestraften Fahrern vom ersten Platz abwärts in der Qualifying-Reihenfolge die freien Plätze zugewiesen. Danach dürfen alle bestraften Fahrer aufrücken, um die in der temporären Startaufstellung verbleibenden Lücken zu schließen.

Abschließend werden alle Fahrer abgehandelt, denen mehr als 15 Strafplätze anhaften. Diese Fahrer müssen automatisch hinter allen anderen losfahren. Gibt es mehrere Fahrer mit über 15 Strafplätzen, werden sie untereinander nach dem Qualifying-Ergebnis sortiert. Gibt es dann noch einen Fahrer, der am Qualifying nicht teilnahm oder disqualifiziert wurde, startet der schließlich dahinter. Sind es mehrere, werden sie nach der letzten gezeiteten Session gereiht, an der sie alle teilnahmen.