Mit 17 Punkten und Rang acht in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft scheint der Einstieg von Audi in die Formel 1 vorerst geglückt. "Wir wollen lernen und uns im Durchschnitt einen Platz weiter nach vorne arbeiten", kündigt Audi-CEO Gernot Döllner an. Ziel sind Podestplätze 2028 und ein Kampf um die Weltmeisterschaft 2030.
Um das zu erreichen, will Döllner das Formel-1-Team weitgehend unabhängig von der Audi AG agieren lassen. Viele Einmischungen seitens des Mutterkonzerns soll es also nicht geben. Diese Erkenntnis gewannen Döllner und Audi auch aus dem Nuvolari-Projekt.
"Ein Nuvolari ist auch in einem Team entstanden, das extrem viel Freiheit hatte, dieses Projekt auszugestalten, und nur an sehr definierten strategischen Punkten das Gespür hatte, wann eine Abstimmung mit der Führung erforderlich ist. Das ist genau das Verständnis, mit dem wir jetzt mit unserem F1-Team zusammenarbeiten", so Döllner.
Döllner will keine Rechtfertigungs-Meetings: "Kostet uns nur Zeit"
Daher soll sich das Formel-1-Team jetzt und in Zukunft auch nicht für einzelne Rennergebnisse vor der Audi AG verantworten müssen. Beispielsweise Alpine fiel in der Vergangenheit immer wieder mit solchen Einmischungen und Umwälzungen auf. Der ehemalige CEO Luca De Meo mischte sich immer wieder in das Tagesgeschäft ein und sorgte so für viele personelle Veränderungen.
In den vergangenen Jahren wechselte das Team den Teamchef mehrmals. Otmar Szafnauer, Davide Brivio und Marcin Budkowski sind nur einige der Namen, die diese Position ausfüllten. "Ich habe erlebt, wie Motorsport-Teams am Montag in einer Vorstandssitzung sich dafür rechtfertigen mussten, wie das Rennen lief", erinnert sich Döllner an seine Karriere.
"Das bringt niemandem etwas, außer dass es Zeit kostet. Die Kompetenz ist nicht im Raum. Da sind in der Vergangenheit keine substanziellen Entscheidungen getroffen worden, sondern da mussten sich Menschen dafür rechtfertigen, wie es gelaufen ist. Das ist nicht mein Führungsverständnis", findet Döllner.
Audi-CEO lobt Binotto und McNish: "Die wissen, was zu tun ist"
Der Vorteil: Das Team bleibt durch schlankere Strukturen bei Entscheidungen deutlich agiler. Döllner hat mit Teamchef Mattia Binotto und Rennleiter Alan McNish zwei Partner, denen er das Formel-1-Projekt anvertraut. "Die wissen einfach, was zu tun ist, aber auch, bei welcher personellen Entscheidung oder bei welcher großen Investitionsentscheidung im Team ich eine frühe gemeinsame Ausrichtung brauche."
Diese beiden sollen das Team bis 2030 Weltmeisterschaftsfähig machen. Besonders Mattia Binotto war dafür ein Schlüsselelement. "Als Mattia zu uns gekommen ist, haben wir uns hingesetzt und gesagt: Was ist der ambitionierteste Zeitplan? Das war das Jahr 2030. Versprechen kann ich, dass wir diesem Plan folgen", so Döllner.
Gleichzeitig weiß der CEO auch um die Rückschläge in der Formel 1. Auch Renault formulierte in der Vergangenheit Fünfjahrespläne. Allerdings gingen diese nie auf. "Wir werden Rückschläge hinnehmen. Das Wichtigste ist, dass das Ziel steht und wir diesem Pfad folgen. Wir müssen die Schritte in die richtige Richtung gehen. Wir haben ein Vierjahresprogramm, das auf den WM-Kampf 2030 zielt."
Auch außerhalb der Rennstrecke steht die Formel 1 nie still. Im Rennkalender für 2027 hat die Formel 1 zehn Sprints integriert. Darüber sprechen wir im neuesten Video. Jetzt anschauen!



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