Das Madring-Chaos ist auch in der Formel 1 angekommen: Das 3. Freie Training zum Spanien GP musste gleich zweimal wegen Unfällen unterbrochen werden. Lewis Hamilton beschädigte dabei die Strecke so stark, dass die Session sogar verlängert wurde. Für den Schlusspunkte sorgte Oliver Bearman mit einem heftigen Unfall. (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle)

Die Bestzeit bei der Qualifying-Generalprobe ging an Andrea Kimi Antonelli. Der WM-Leader umrundete den neuesten Kurs im Rennkalender in 1:32,797 Minuten und holte damit die dritte Mercedes-Bestzeit im 3. Training.

Das Ergebnis: Wie üblich bereiteten sich die Piloten auf den weichen Reifen auf das Qualifying heute (16:00 Uhr) vor. Knapp zwei Zehntelsekunden war Kimi Antonelli darauf schneller als Charles Leclerc im Ferrari. Wenige Tausendstel dahinter sortierte sich das McLaren-Duo Oscar Piastri und Lando Norris ein.

Patz fünf ging an Max Verstappen, dem bereits knapp vier Zehntel auf die Bestzeit fehlten. George Russell kam im zweiten Mercedes mit sieben Zehntel Rückstand nicht über Platz sechs hinaus. Liam Lawson wurde Siebter, Nico Hülkenberg Achter. Der später verunfallte Lewis Hamilton und Audi-Pilot Gabriel Bortoleto komplettierten die Top-10.

Die Zwischenfälle: Nach gut 20 Minuten sorgte Lewis Hamilton für die zweite Rote Flagge des Formel-1-Wochenendes. Der Ferrari-Pilot bekam auf einer schnellen Runde in der Zielkurve Untersteuern, die Vorderräder blockierten und Hamilton konnte den Boliden nur noch geradeaus in der Tecpro-Barriere versenken.

Weil offenbar nur Nase und Frontflügel dabei stärker beschädigt wurden, befreite sich Hamilton mit dem Rückwärtsgang aus der brenzligen Lage und wollte zurück an die Box fahren. Allerdings hing der Frontflügel schräg unter der Nase und schlitzte den rechten Vorderreifen auf.

"Bleib stehen, bleib stehen", hieß es für Hamilton am Funk. Der Brite aber versuchte weiter, zurück an die Box zu fahren, um das restliche Training nicht zu verpassen. Da der Unfall in der Zielkurve passierte, musste er aber eine komplette Runde absolvieren.

"Bleib an seinem sicheren Ort stehen", bekam er schließlich noch einmal gesagt. "Ich schaffe es aber zurück", erwiderte Hamilton. Nach etwas mehr als der halben Runde ließ es Hamilton dann doch bleiben und parkte den Ferrari am Streckenrand.

Nach Hamiltons Einschlag musste die Tecpro-Barriere repariert werden. Weil die Arbeiten extrem lange dauerten, entschied sich Rennleiter Rui Marques nach 20 Minuten dazu, die Session zwischenzeitlich zu stoppen. Dadurch wurde die Uhr mit gut 15 Minuten verbleibender Trainingszeit angehalten.

Den Schlusspunkt der Session setzte Oliver Bearman. Der Haas-Pilot verlor in der schnellen Rechtskurve vor La Monumental das Auto, wurde vom Heck überholt und schlug heftig in die Safer Barrier ein. Der Brite konnte offenbar unverletzt aussteigen, seine Teilnahme am Qualifying ist aufgrund des stark beschädigten Autos aber fraglich.

Am Trainingsfreitag blieb das befürchtete Chaos auf dem Madring noch aus. Warum? Das erklärt euch Christian im Video:

Härteste Kurve der Formel 1! Kommt es zur Boxenstopp-Flut in Madrid? (09:55 Min.)

Die Technik: Lance Stroll muss den Spanien GP vom letzten Startplatz aus aufnehmen. Die Aston-Martin-Mechaniker bauten über Nacht eine neue Power Unit ein. Weil es bereits Honda-V6 Nummer fünf ist und er auch bei den restlichen Komponenten das Kontingent überschreitet, muss er ans Ende des Feldes.

Viel Arbeit hatten nicht nur die Aston-Martin-Mechaniker. Nach dem Unfall von Arvid Lindblad im 2. Freien Training mussten sie den Racing Bull mit der Startnummer 41 auf dem Ersatz-Chassis aufbauen. Dafür musste die Sperrstunde nicht gebrochen werden, allerdings war das Auto auch nicht pünktlich zum Start der Session einsatzbereit. Die lange Trainingsunterbrechung half dem Team.