Vier neue Autos in fünf Tagen: Die vergangene Woche hatte es wahrlich in sich. Aber das war noch lange nicht alles. Nach einem ruhigen Montag, der "nur" das Roll-Out des Williams FW28 sah, geht es am Dienstag wieder in die Vollen: Renault stellt seinen R26 offiziell in Monaco vor und in Valencia beginnen die nächsten Testfahrten in Vorbereitung auf den Saisonstart in Bahrain.
Renault: Zeit für die Vorstellung
Seit dem 10. Januar kennen wir ihn, heute wird er uns richtig vorgestellt: In Monaco erblickt der neue Renault R26 in seiner endgültigen Lackierung das Licht der F1-Welt. Danach geht es am Mittwoch gleich wieder zu den Tests nach Valencia. Die letzte Woche verbrachten die Franzosen in Barcelona, wo Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella mit zwei neuen Boliden testen durften. Die Eindrücke des Weltmeisterteams sind weiterhin positiv: Sowohl die Zuverlässigkeit als auch der Speed scheinen zu stimmen.
McLaren: Sorgen um den Motor

Als am letzten Montag der orange MP4-21 erstmals aus der Box rollte, war die silberne Welt noch in Ordnung. Doch schnell entpuppte sich der Barcelona-Test als Problemfall: Die orangen Autos waren nur in den hinteren Bereichen der Zeitentabelle anzutreffen und die teils ermutigenden Rundenanzahlen der ersten Tage wurden von Motorproblemen überschattet, die selbst Kimi Räikkönen zu öffentlicher Kritik veranlassten. In Valencia soll nun ein erster Schritt in Richtung Besserung eingeleitet werden. Hierzu steigen an den ersten beiden Testtagen Kimi Räikkönen und Gary Paffett und an den letzten beiden Tagen Juan Pablo Montoya und Pedro de la Rosa in je einen MP4-21 und einen MP4-20B.
Ferrari: Alle warten auf den Doktor
Bei Ferrari stehen in dieser Woche einmal nicht Michael Schumacher oder dessen neuer 248 F1 im Mittelpunkt: Alle warten auf das Konkurrenzdebüt von MotoGP-Champion Valentino Rossi. Dieser wird parallel zu den beiden Ferrari-Stammfahrern mit einem Vorjahres-Boliden testen und somit erstmals nicht nur bei einem Ferrari-Privattest in Fiorano oder Mugello in ein F1-Auto steigen. Die Stammfahrer richten jedoch ihre volle Konzentration auf den 248 F1, der in seiner Debütwoche nicht viel zum Fahren kam. Allerdings nicht wegen technischer Defekte, sondern wegen der kühlen Wetterbedingungen. Zuerst verlegten die Roten ihre Tests von Mugello nach Barcelona, dann wurde der zweite Barcelona-Testtag wegen Schneefalls abgesagt.
Toyota: Auf in die nächste Runde

Seit Ende November testet Toyota mit seinem TF106. In zwei bis drei Wochen wird dieser sein erstes großes Facelift erhalten: Dann soll in Barcelona und Vallelunga das Aerodynamikpaket für den Saisonstart in Bahrain getestet werden. Sechs Rennen später soll in Monaco schon der Nachfolger debütieren. Bis dahin heißt es für Ralf Schumacher, Jarno Trulli, Olivier Panis und Ricardo Zonta noch viele Testkilometer abzuspulen. Den Anfang machen sie auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia.
Williams: Top oder Flop?
Seit Freitag kennt die Fachwelt den neuen FW28. Seit Montag fährt er auf der Rennstrecke. Doch noch immer ist nicht endgültig geklärt, ob das neue Williams-Cosworth-Bridgestone-Paket nun der große Geheimfavorit oder ein weiterer Reinfall ist. Nico Rosberg konnte beim Roll-Out am Montag immerhin schon einmal 43 problemfreie Runden zurücklegen. Was das wert ist, erfahren wir beim ersten Konkurrenzvergleich des FW28 am Dienstag. Dann wird Mark Webber den neuen Wagen übernehmen und Nico in einen Interims-FW27C umsteigen.
Honda: Ein Fall für Zwei

Bei Honda ist es hingegen nicht nötig, dass einer der Stammfahrer mit einem Interimswagen fahren muss. Die Japaner stellten Rubens Barrichello und Jenson Button schon beim Launch am letzten Mittwoch je einen neuen RA106 in die Box. Und dieser lief auch noch erstaunlich gut: Die beige-weißen Boliden waren auf Anhieb schnell und zuverlässig. Den hohen Erwartungen des Teams kommt das natürlich sehr entgegen. Schließlich haben sich die Japaner nicht weniger als GP-Siege auf die Honda-Fahnen geschrieben.
Red Bull Racing: Das Drei-Runden-Auto
Zyniker degradierten die F1-Grand Prix in den letzten Jahren gerne zu Drei-Runden-Rennen. Denn nach dem Start passierte bei den Überholmanöverfreien Prozessionen kaum etwas. Für den RB2 wären solche Drei-Runden-Rennen, die tatsächlich nach drei Umläufen abgewunken würden, genau richtig: Denn länger können die roten Bullen nicht mit ihrem neuen Auto fahren, ohne Gefahr zu laufen den neuen Ferrari-V8 zu überhitzen. Da helfen selbst die größten in die Seitenkästen eingeschnittenen Luftlöcher nicht. Bis zur Behebung des Kühlungsproblems, werden die Bullen auch kein zweites Chassis zur Verfügung haben und weiterhin mit nur einem Auto testen. Adrian Newey hätte sich sicherlich einen weniger komplizierten Einstand gewünscht.
BMW Sauber: Immer schön im Kreis

Vier Tage lang drehte BMW Sauber in der letzten Woche in Barcelona seine Runden. Besondere Probleme gab es am neuen F1.06 nicht zu verzeichnen. Teilweise konnten Nick Heidfeld und Jacques Villeneuve sogar mit Top-Zeiten auftrumpfen. Was diese wert sind, werden wir aber wie bei allen anderen Teams auch, erst in Bahrain erfahren. In dieser Woche heißt es in Valencia erneut: Immer schön im Kreis fahren.
MF1 Racing: Alle warten auf den M16
Eigentlich sollten die Testfahrten durch den neuen Teambesitzer in diesem Jahr aufgestockt werden. Bislang hat das MF1 Racing Team aber erst zwei Tests in Jerez und Silverstone bestritten. Und auch in dieser Woche wird man die Midland-Truppe nicht auf der Rennstrecke sehen. Am Freitag gibt es dafür etwas ganz anderes zu sehen: Der neue Midland Toyota M16 erblickt in der Fabrik in Silverstone das Licht der Welt. Mit diesem soll es laut Colin Kolles aufwärts gehen. Wir sind gespannt...
Scuderia Toro Rosso: Keine Tests für die anderen Bullen

Während das Schwesterteam mit Belüftungsproblemen am RB2 kämpft, erfreut sich die Scuderia Toro Rosso an der Standfestigkeit des RB1. Der eigene STR1 wird erst in einigen Tagen bis Wochen erstmals auf einer Rennstrecke zu sehen sein. Immerhin konnte das Team in der letzten Woche zwei Testtage absolvieren und dabei "interessante" Daten sammeln. Aber welches F1-Team spricht nach einer Testsession nicht davon, "wertvolle Daten gesammelt zu haben, die nun eingehend studiert und analysiert werden" müssten...
Super Aguri F1: Sie leben!
Seit dem letzten Donnerstag ist es amtlich: Das Super Aguri F1 Team ist die Nummer 11 des Jahres 2006. Jetzt müssen Aguri Suzuki & Co nur noch bis Bahrain ein Auto auf die Bridgestone-Reifen stellen. Die ersten Tests mit den modifizierten Arrows-Chassis sollen frühestens Ende Februar stattfinden. Der neue SA106 soll bis zum Spanien GP sein Debüt feiern. Wer in diesen wenig erfolg versprechenden Autos Platz nehmen darf, steht immer noch nicht fest. Zumindest Takuma Sato dürfte als sicherer Kandidat gelten. Hoffentlich weicht die Freude über seinen anstehenden Verbleib in der Königsklasse, nicht bald der Ernüchterung über den japanischen Traum...



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