Der 25. Januar des Jahres 2006 bedeutet für Honda einen ganz bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zum erhofften WM-Titel: Zum ersten Mal seit dem Jahr 1968 präsentierte der japanische Automobilriese ein reines F1-Werksauto.

Während der gemäß den Autos der 60er Jahre RA106 benannte Bolide nicht mehr schneeweiß, sondern im leicht beigen Honda Racing White daherkommt, wurde der RA806E-Motor gleich an drei Orten ausgetüftelt: In der Teamfabrik in Brackley, im Honda Racing Entwicklungszentrum in Bracknell und in der Honda R&D Anlage in Tochigi.

Das Besondere am neuen RA106 ist aber nicht seine Farbe: Es ist seine Anzahl. Denn im Gegensatz zu den meisten seiner 2006er Kollegen ist der neue Honda kein Einzelstück! Bereits zur Präsentation respektive dem Roll-Out brachte das Team zwei nagelneue RA106 Boliden für Jenson Button und Rubens Barrichello mit.

Siege sind das Ziel

Mit diesem Auto möchte Honda den ersten Sieg holen., Foto: Sutton
Mit diesem Auto möchte Honda den ersten Sieg holen., Foto: Sutton

Aber nicht nur mit diesem Kraftakt beweist Honda wie ernst es ihnen in ihrem ersten Jahr der werksseitigen F1-Rückkehr ist: "Unser Ziel ist es 2006 um Rennsiege zu kämpfen und dafür werden wir alles geben", kündigte Teamchef Nick Fry abermals mehr als nur den ersten Sieg des noch sieglosen Rennstalls an.

Gelingen soll dies dem Honda-"Werksteam" mit "zwei der besten Rennfahrer der Welt": Jenson Button und Rubens Barrichello. "Ich bin besonders stolz darauf, dass wir heute für jeden Fahrer ein neues Auto bereitstellen konnten. Das demonstriert die Stärke, Fähigkeit und Entschlossenheit unseres Teams."

Für Honda Racing Präsident Yasuhiro Wada markiert die Saison 2006 "den Beginn eines neuen Abenteuers", in dessen Verlauf das Team "der Welt beweisen" soll "wozu Honda fähig" ist.

Ein großer Schritt für Honda

Der neue RA106 stellt laut Technikdirektor Geoff Willis das Endresultat aus "vier Jahren konstanter Weiterentwicklung" dar. "In dieser Zeit hat sich das Team ein hohes Maß an technischen Fähigkeiten angeeignet, welche nun dafür sorgen, dass wir beim Design, der Herstellung und den Abläufen an der absoluten Spitze mitmischen."

Das Ziel sei es nun mit diesen Fähigkeiten ein Auto zu bauen, "das um Rennsiege fahren" könne. Einer der Schlüsselbereiche für das neue Auto war die Aerodynamik: "Dabei hatten wir zwei Dinge zu bedenken: Die Aero-Probleme die wir 2005 hatten und eine deutliche Steigerung der aerodynamischen Effizienz, um die Anforderungen des neuen V8 zu erfüllen und diesen ins Chassis-Design einzupassen."

Die erzielten Ergebnisse stimmen Willis zuversichtlich: "Die Daten besagen, dass wir einen guten Schritt vorwärts gemacht haben."

Ein aufregender und stolzer Moment

Der RA106 fährt - in doppelter Ausführung., Foto: Sutton
Der RA106 fährt - in doppelter Ausführung., Foto: Sutton

Nicht nur die Honda-Bosse erlebten heute einen "aufregenden Tag", auch Rubens Barrichello war von seinem ersten Arbeitstag mit dem RA106 begeistert. "Das ist mein erster Launch für ein neues Team seit sechs Jahren!", gab der Brasilianer zu bedenken. "Honda hat eine fantastische Motorsport-Tradition und es ist großartig Teil des Ganzen zu sein."

Nach den ersten Gesprächen mit seinen Ingenieuren sieht Rubinho jedenfalls "allen Grund" der anstehenden Saison "gespannt " entgegenzufiebern.

Jenson Button fühlt sich unterdessen "unglaublich stolz" Teil des neuen Honda-Werksteams zu sein. Vor einem Jahr hätte er das wohl selbst noch nicht gedacht. Dann nämlich wäre sein neues Auto erst in zwei Tagen am Freitag in Grove vorgestellt worden...

Kein Wunder also, dass er sagt: "2006 wird für alle von uns ein sehr wichtiges Jahr. Wir haben in diesem Winter viel mit unserem Concept Car erreicht und ich habe die riesigen Fortschritte in den letzten Monaten gesehen. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Entschlossenheit in diesem Jahr belohnt wird. Ich kann das erste Rennen in Bahrain kaum erwarten."