Als McLaren Mercedes kurz vor Weihnachten Fernando Alonso als Neuzugang für die Saison 2007 bekannt gab, sahen viele Juan Pablo Montoya als den großen Verlierer an. Denn für sie stand fest: McLaren möchte die bestmögliche Fahrerpaarung und diese sei Räikkönen und Alonso.

Mittlerweile scheint sich die Situation des Kolumbianers allerdings verändert zu haben. Am Montag bekam er von McLaren-CEO Martin Whitmarsh jede Menge silberne Rosen gestreut und am Dienstag durfte er als erster Stammfahrer mit dem neuen MP4-21 testen.

Dennoch gestand Montoya offen ein: "Ich sehe mich um. Es ist noch nichts entschieden, aber ich bin für Angebote nach allen Seiten offen." Damit folgt Montoya der offensiven Vertragspolitik die schon Jarno Trulli vor einigen Wochen an den Tag legte, als er Toyota warnte nicht zu lange mit einer Vertragsverlängerung zu warten.

"Ich warte auf niemanden", gab sich Montoya gegenüber Autosport gelassen. "Ich mache meine Arbeit und sehe mich um. Ich kann nicht darauf warten bis Ron sich entschieden hat. Wenn mir jemand bietet was ich möchte, dann werde ich gehen."

Tatsächlich befindet sich Montoya bereits seit jenem Tag, an dem Ron Dennis die Option auf die Dienste des Kolumbianers verstreichen ließ, auf Cockpitsuche. "Das war noch bevor der Fernando-Deal bekannt gegeben wurde." Diesen nahm er übrigens ziemlich gut auf: "Was ich gehört habe, auf jeden Fall besser als Kimi..."

Der Zukunft blickt Montoya zuversichtlich entgegen. Schließlich habe er "die meiste Entwicklungsarbeit" am letztjährigen und diesjährigen Auto durchgeführt. "Letztes Jahr begannen wir mit einem schnellen Auto, aber es war nicht siegfähig. Dann setzte ich mich voll ein, brachte viele Ideen vor und das Auto wurde schneller und wir begannen damit Rennen zu gewinnen. In meinen Augen habe ich den Job also verdient."

Die große Frage die sich JPM jedoch stellt ist eine andere: "Möchte ich überhaupt hier bleiben?" Als mögliche Alternativen bieten sich jede Menge Teams an: Etwa Ferrari, sollte Michael Schumacher aufhören, oder Toyota, Red Bull, BMW Sauber... "Man muss sich ansehen wo ein Cockpit verfügbar ist und dann eine Entscheidung treffen."