Für Ferrari ging es bislang auch in Singapur nicht bergauf. Nach einem siebten und achten Platz in Baku mussten sich Lewis Hamilton und Charles Leclerc für den Grand Prix auf dem Marina Bay Street Circuit mit den Startplätzen sechs und sieben abfinden. Hamilton kritisierte einmal mehr die Strategie seines Teams - und verwies auf die Reifenstrategie.
Reifentemperatur bei Ferrari erneut ein großes Problem
"Im Q1 haben sich die Reifen gut angefühlt", verriet Hamilton. "Aber dann waren wir im Q2 die letzten in der Schlange an der Box. Wir verlieren dort viel Temperatur in den Reifen - und jedes Mal, wenn das passiert, rutschen wir weiter nach hinten. Es ist jedes Wochenende dasselbe", ärgerte er sich. "Fünf oder sechs Grad Temperatur sind eine Menge. Das kannst du auf der Strecke nicht so einfach wieder kompensieren."
Der siebenfache Weltmeister muss sich im Rennen mit Startplatz sechs zufriedengeben - auf der ungünstigen Innenseite der Strecke. Der Start auf der 'Dirty Side' der Strecke macht ihm Sorgen. Die Strecke soll heute Nacht noch gereinigt werden, sicher ist sich der siebenfache Champion dessen aber nicht. Für ihn ist nur eines klar: Die Innenseite ist zum Starten nicht optimal. "Ich habe das Gefühl, wir hätten heute weiter vorne stehen können, aber ich werde im Rennen trotzdem jede Möglichkeit nutzen, um aufzuholen."
Ferraris Formel-1-Bolide laut Leclerc unberechenbar
Auch Charles Leclerc ist mit seiner Performance alles andere als zufrieden. Der Monegasse konnte kein Gefühl für die Strecke aufbauen und startet morgen hinter seinem Teamkollegen von Platz sieben. "Ich habe versucht, konstant zu bleiben, aber nichts hat funktioniert. Das Auto ist unberechenbar - mal übersteuert es, mal untersteuert es", kritisierte Leclerc das Fahrverhalten des SF-25.
Besonders bitter für ihn: Baku und Singapur gehören zu seinen Lieblingsstrecken. Auf Straßenkursen fühlt sich der Ferrari-Pilot besonders wohl, kann aber in dieser Saison seine Leistung bisher auf genau diesen Strecken nicht auf den Punkt bringen. "Ich habe versucht, mehr Frontflügel zu nutzen, aber das hat auch keine Wirkung gezeigt. Es fühlt sich nicht gut an, wenn du eine richtig gute Runde fährst und dann nur auf P6 oder P7 stehst", so Leclerc.
Die Frustration der Fahrer bekommt auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur zu spüren. Er versteht die Bedenken seiner Piloten und zeigt Verständnis. "Es war nicht einfach, den richtigen Ansatz für die Reifen auf der Out-Lap zu finden, damit sie am Anfang und Ende der fliegenden Runde noch in guter Verfassung sind. Wir haben uns über die Session in die falsche Richtung entwickelt", sagt Vasseur.
Im Hinblick auf das Rennen ist Vasseur jedoch positiver gestimmt, als seine beiden Piloten. Da das Überholen in Singapur als schwierig gilt, will Ferrari morgen auf eine aggressive Strategie im Rennen setzen.



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