Mit Rubens Barrichello und Jenson Button stellt das neue Honda Werksteam in der kommenden Saison eine der nominell stärksten Fahrerpaarungen. Allerdings wird das B&B-Duo auch unter besonderer Beobachtung stehen: Bislang konnte noch keiner der beiden Fahrer die großen Erwartungen erfüllen.

Während Rubens Barrichello in seiner ersten Rolle nach der Nummer 1B-Position bei Ferrari beweisen muss, dass er tatsächlich genauso gut oder sogar besser als der siebenfache Champion Michael Schumacher ist, muss Button endlich den Vorschusslorbeeren als angeblicher Titelkandidat Taten folgen lassen.

Da scheinen Teaminterne Spannungen geradezu vorprogrammiert zu sein. Sportdirektor Gil de Ferran hat deswegen allerdings keine Bedenken. Im Gegenteil: Er freut sich sogar darauf!

"Jedes Team hätte gerne das Problem zwei Top-Fahrer zu haben die um die Spitze kämpfen", sagte der Brasilianer in Birmingham. "Es ist wie mit den Steuern: Man zahlt nur dann welche, wenn man auch Geld verdient. Und Geld zu verdienen ist eine gute Sache."

Auf die Formel 1 übertragen soll dies bedeuten: Man bekommt nur dann Ärger mit zwei erfolgreichen Piloten, wenn beide erfolgreich sind. "Das Problem entsteht nur", so de Ferran, "wenn beide um Siege und Podestplätze kämpfen. Ein solches Problem würde ich gerne haben."

Eine pauschale Lösung für das interne Duell wird es jedenfalls nicht geben: "Es wird keine klare Nummer 1 oder Nummer 2 geben", stellte der Sportdirektor klar. "Wir werden beide Fahrer mit dem gleichen Material versehen."

Demnach wird es auch keine interne Stallregie geben. "Jeder wird für sich selbst fahren und der einzige Befehl wird es sein sich nicht gegenseitig von der Strecke zu kegeln." Eine "gesundes Rivalität" zwischen den Fahrern soll dem Team dabei helfen weiter nach oben zu gelangen.

Von seinen Fahrern hält de Ferran dabei viel. "Rubens bringt viel mit ins Team. Nicht nur als sehr schneller Fahrer, sondern auch als sehr erfahrener Pilot." Jenson Button hat der Brasilianer unterdessen schon vor seiner aktiven Zeit als Sportdirektor "bewundert": "Jetzt da ich mit ihm zusammenarbeite, bin ich sogar zu einem echten Fan von ihm geworden. Er hat alles um ganz nach oben zu gelangen."

Gil de Ferran besitzt in Testfahrer Anthony Davidson jedoch noch einen weiteren starken Piloten, der das Luxusproblem der Japaner noch einmal vergrößert. "Seine Rolle als dritter Fahre wird in diesem Jahr sehr wichtig sein", so de Ferran, "und vielleicht wird er bei uns oder einem anderen Team eine Möglichkeit auf Rennen erhalten."

Bevor Davidson seinen Vertrag als Honda-Testfahrer für dieses Jahr verlängerte, galt er als heißer Anwärter auf eines der Super Aguri Cockpits. Aber auch jetzt soll er noch die Chance besitzen nach einigen Rennen den zweiten Piloten neben Takuma Sato zu ersetzen.