Ferraris Chancen auf den Gewinn der Konstrukteursweltmeisterschaft in der Formel 1 2024 stehen nach dem letzten Qualifying des Jahres in Abu Dhabi schlecht. Hinter der McLaren-Dominanz hieltCarlos Sainz zwar die Fahne für die Scuderia hoch, doch Teamkollege Charles Leclerc ist gleich doppelt gestraft. Nach seiner Startplatzstrafe für neue Motorenkomponenten wurden dem Monegassen im Q2 die Track Limits zum Verhängnis. Vom voraussichtlich letzten Startplatz hat er im Finale nur eine Wahl: am Sonntag muss gezaubert werden. In seinem letzten Rennen für Ferrari will auch Sainz mit der Flucht nach vorne das Unmögliche möglich machen - auch für den eigenen Seelenfrieden.
"Für morgen glaube ich an ein Wunder", so Leclerc, der im Q2 zunächst hinter Sainz an zweiter Stelle lag, dann aber wegen eines Track-Limit-Verstoßes in Kurve eins die Rundenzeit gestrichen bekam und auf Platz 14 abrutschte. Leclerc sucht nach seinem Fehler wie üblich nicht nach Ausreden. "Es ist für alle hier schwierig, und heute hatte ich im Q2 das schlechtere Ende für mich, aber dafür kann ich nur mir selbst die Schuld geben."
Aufgrund einer neuen Batterie muss er am Sonntag ohnehin zehn Plätze weiter hinten Aufstellung nehmen, was für ihn wahrscheinlich Startplatz 20 bedeutet. "Damit wäre es sowieso schwer geworden. Aber ich sehe eine Chance, um etwas Besonderes zu machen. Ich werde mein Bestes geben und ich werde bis zur letzten Runde daran glauben. Alles kann passieren", so der Monegasse kämpferisch. "Mein Ziel bleibt der Gewinn der Konstrukteursweltmeisterschaft und ich glaube genau so sehr daran, wie noch gestern - auch wenn es auf dem Papier jetzt deutlich schwerer wird."
McLaren steht in der Tabelle vor dem 24. und letzten Rennen mit 21 Punkten Vorsprung auf die Roten an der Spitze. Nach der bisherigen Vorstellung von Lando Norris und Oscar Piastri an diesem Wochenende ist es für Ferrari ohnehin eine Mammutaufgabe. "Ich denke, wir hätten McLaren sowieso nicht geschlagen. Sie waren sehr stark, ich hätte aber Vierter sein können", sagt Leclerc mit Blick auf das Qualifying.
Im Rennen sieht er die Konkurrenz ebenfalls im Vorteil, Ferrari allerdings auf dem richtigen Weg, am Sonntag doch noch den Turnaround zu schaffen: "Unsere Rennpace war okay, aber McLaren scheint deutlich stärker. Aber wir haben seit dem dritten Training auch viel am Auto geändert. Ich denke, wir sind in die richtige Richtung gegangen und unser Reifenabbau ist besser als bei den anderen."
Torschlusspanik vor Williams-Wechsel beflügelt Carlos Sainz beim Ferrari-Abschied'
Von Startplatz drei hat Carlos Sainz in seinem letzten Rennen für Ferrari die deutlich bessere Ausgangslage. Der Spanier war im Qualifying stark aufgelegt und hätte beinahe noch Oscar Piastri aus Reihe eins verdrängt. Nur knappe zwei Hundertstelsekunden fehlten auf den Australier im McLaren. "Im Q1 und Q2 sah es aus, als wären wir etwas näher dran", sagt der Spanier, der im zweiten Segment die Bestzeit fuhr. "Ich habe im Q1 und Q2 wirklich gute Runden erwischt, aber im Q3 als sie alles zusammengebracht haben, hatten sie immer noch den kleinen Vorteil gegenüber uns."
Um Ferrari eine Möglichkeit auf den Titel zu geben, will Sainz die McLaren-Dominanz am Sonntag brechen. "Es gibt immer noch ein Rennen und ich werde alles geben, um dieses Rennen zu gewinnen und uns die beste Chance zu geben", so der 30-Jährige, für den sein 88. Start für Ferrari der letzte in Rot sein wird, bevor Rekordweltmeister Lewis Hamilton 2025 seinen Platz an der Seite von Charles Leclerc einnimmt.
Mit dem Wechsel zu Williams vor Augen ist Sainz doppelt motiviert, in Abu Dhabi noch einmal aufzudrehen. "Ich habe im Qualifying schon wie nie zuvor gepusht, weil ich die Pole Position wollte und mir selbst eine gute Chance ermöglichen wollt. Es würd für mich auf absehbare Zeit wohl der letzte Kampf um einen Sieg oder ein Podium", sagt der vierfache Grand-Prix-Sieger, der dieses Jahr in Melbourne und Mexico City erfolgreich war.
Sentimental macht ihn die Abschiedsvorstellung bisher trotzdem nicht. "Ehrlich gesagt war ich das ganze Wochenende über nicht sonderlich emotional. Einfach, weil mein Fokus so stark ist und es hier um so viel geht", erklärt er. "Ich habe nicht die Zeit dazu, darüber nachzudenken und das an mich heranzulassen. Ich bin mir sicher, dass es mir morgen vor oder nach dem Rennen dämmern wird. Aber ich will das Beste daraus machen, und es wie die letzten paar Rennen genießen und gut fahren."


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