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Formel 1: Binotto wettert: Wird dem Namen Ferrari nicht gerecht

Ferrari liegt am Boden. Auch im Regen-Qualifying ist die Scuderia nur im Mittelfeld anzutreffen. Mattia Binotto findet deutliche Worte.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Bei Ferrari liegen im Moment die Nerven blank: Das Vertragschaos rund um den Rausschmiss von Sebastian Vettel hallt noch nach, die Pace passt nicht. Auch das mehr als glückliche Podium von Charles Leclerc verhalf nicht zur Abkühlung der erhitzten Gemüter.

Einige der Upgrades, die eigentlich erst für Ungarn geplant waren, kamen bereits in Spielberg an den Ferrari SF1000. Doch ihre Wirkung verfehlten sie offenbar. Denn im regnerischen Qualifying auf dem Red Bull Ring präsentierte sich die Pace von Ferrari ähnlich schwach wie noch in der letzten Woche. Sebastian Vettel erreichte diesmal zwar Q3, musste sich dort aber mit dem letzten Platz zufriedengeben. Dafür blieb Charles Leclerc im zweiten Qualifying-Abschnitt auf der Strecke und platzierte sich nur auf Position 11.

Binotto: Waren nicht konkurrenzfähig

Nach dem Qualifying zum Großen Preis der Steiermark ließ Mattia Binotto seinem Unmut freien Lauf: "Ein richtig enttäuschender Tag. Wir müssen akzeptieren, dass die Stoppuhr niemals lügt. In zwei Qualifyings, bei verschiedenen Bedingungen, waren wir nicht konkurrenzfähig. Nicht nur gegen unsere engsten Rivalen der letzten Jahre, sondern auch gegen andere Teams, die wir bis gestern noch hinter uns hatten."

Auch zu den gescheiterten Upgrades fand der Ferrari-Teamchef klare Wort: "Wir haben sehr hart gearbeitet, um die Updates früher als geplant ans Auto zu bringen, aber sie haben ihren Wert auf der Strecke einfach nicht bewiesen."

"Wir müssen herausfinden, warum und diesen Zustand ändern, denn der ist nicht gut genug für ein Team mit dem Namen Ferrari. Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen, aber wir können die Fakten auch nicht ignorieren", sagte Binotto weiter.

In Ungarn sind weitere Upgrades an den Ferrari-Boliden geplant. Doch der Rückstand war in einem Rennen und zwei Qualifying-Session so groß, dass der Kampf um die Weltmeisterschaft 2020 für die Italiener bereits außer Reichweite zu sein scheint. Beim Großen Preis der Steiermark am morgigen Sonntag steht Charles Leclerc und Sebastian Vettel viel Arbeit bevor. Vettel startet von der zehnten Position. Charles Leclerc geht nach einer Startplatzstrafe für das Blockieren von Daniil Kvyat vom 14. Rang aus ins Rennen.


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