Formel 1

Mehr als Halo: Historisches Strategiegruppen-Treffen in Genf

Es ging nicht nur um Halo: Das Treffen der Strategiegruppe hatte nicht nur wegen des Cockpit-Schutzes historisches Ausmaß. Die Teilnehmer waren besonders.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Die Strategiegruppe ist ein elitärer Kreis: Fünf sogenannte CCB-Teams (Contructor Championship Bonus) dürfen daran teilnehmen und gnädiger Weise auch noch das bestplatzierte Nicht-CCB-Team. Dazu kommen Vertreter von FIA und dem Kommerziellen Rechteinhaber. CCB-Teams sind Mercedes, Ferrari, Red Bull, Williams und McLaren. Sie haben nicht nur einen festen Sitz in der Strategiegruppe, sondern bekommen auch zusätzliche Zahlungen vom Kommerziellen Rechteinhaber. Das bestplatzierte Nicht-CCB-Team ist aktuell Force India.

Insgesamt gibt es 18 Stimmen in der Strategiegruppe - Foto: adrivo Sportpresse GmbH

Nur die Strategiegruppe darf Vorschläge für Regeländerungen einbringen, über die in Folge in der Formel-1-Kommission und dem WMSC abgestimmt wird. Dieser Regelgebungsprozess wird wie die Zusammensetzung der einzelnen Gruppen in den bilateralen Abkommen festgehalten, welche die Teams mit dem Kommerziellen Rechteinhaber geschlossen haben. Weil die Nachfolgeverträge des Concorde-Agreements noch bis einschließlich 2020 gelten, konnte auch Liberty Media an den umstrittenen Strukturen auf die Schnelle nichts ändern.

Doch die Absichten des neuen Formel-1-Eigentümers sind klar: Sie wollen die Königsklasse fairer machen. Und so dürfen seit der Übernahem der Formel 1 durch Liberty Media auch die anderen Teams an Sitzungen der Strategiegruppe teilnehmen - zumindest in der Beobachterposition.

Als am Mittwoch in Genf - entgegen dem Willen der meisten Teams - der Weg für Halo geebnet wurde, waren erstmals alle zehn Formel-1-Teams bei einem Sitzen der Strategiegruppe anwesend. Auch Renault, Toro Rosso, Sauber und Haas hatten einen Vertreten geschickt. So historisch die Entscheidung für Halo ist, so historisch ist das Treffen der Strategiegruppe selbst in dieser Konstellation.

Welche Motoren kommen 2021 in der Formel 1?

Neben dem zusätzlichen Cockpit-Schutz wurden auch andere Themen in Genf behandelt. Alle Teilnehmer wurden in Sachen Motoren auf den aktuellen Stand gebracht. Ende 2020 laufen nämlich neben den Verträgen auch die Regeln für den Motor aus. In den letzten Wochen fanden schon Treffen zwischen FIA, dem Kommerziellen Rechteinhaber, sowie involvierten und interessierten Automobilherstellern abgehalten, um über den Formel-1-Motor der Zukunft zu diskutieren.

Allem Anschein nach wird die Power Unit spätestens 2021 von einem V6-Bi-Turbo abgelöst. Der soll weiterhin 1,6 Liter Hubraum haben und ohne die hochkomplexe MGU-H auskommen. Ein KERS analog zur aktuellen MGU-K soll weiterhin zum Einsatz kommen. Von offizieller Seite gibt es dazu allerdings noch keine Aussagen.

Dazu wurden neue Herangehensweisen zur Kostenkontrolle präsentiert. Diese sollen einstimmige Unterstützung erhalten haben. Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern der FIA, dem Kommerziellen Rechteinhaber und der Teams soll in den nächsten Jahren nach innovativen Lösungen suchen. Gute Absichten gab es aber auch schon in der Vergangenheit, konkret umgesetzt wurde bislang kaum etwas.

Als letzter Punkt standen sportliche Maßnahmen auf der Agende, um die Show weiter zu verbessern. Dazu sollen in Folge nun spezifische Studien angefertigt werden, um die vorgeschlagenen Maßnahmen besser beurteilen zu können.


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