Formel 1

Kosten sparen durch Motoren vom letzten Jahr? - Teamchefs wollen keine Zweiklassengesellschaft

Berichten zufolge debattiert die Strategy Group der Formel 1 eine besondere Form der Kostenersparnis: den Vorjahres-Motor.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Bei der Pressekonferenz der Teamchefs in Singapur wurden einige Fragen zu möglichen Wegen der Kostenreduktion in der Formel 1 gestellt. Das Thema ist aktueller denn je. Lotus ist bei Weitem nicht das einzige Team mit finanziellen Schwierigkeiten. Die Strategy Group der Formel 1 hatte jüngst darüber diskutiert, Kostenlimits für Motoren festzulegen oder Windkanäle zu verbieten. Eine weitere Idee: Der Vorjahresmotor. Dem erteilten die Teamchefs am Freitag aber eine ähnlich deutliche Absage wie einem Windkanal-Verbot.

Konkret sieht die Idee vor, dass Kundenteams sparen können, in dem sie beim Hersteller den Vorjahresmotor kaufen. Die Kostenreduktion soll demnach in etwa vier Millionen Euro betragen. Claire Williams gab für ihr Team immerhin zu bedenken, dass es ein großer Unterschied sei, so viel Geld zu haben oder nicht zu haben. "Wir könnten es dann in einem anderen Bereich nutzen, bei der Aerodynamik zum Beispiel", sagte sie.

Manche Teams werden das sicher mitmachen, bevor sie zusperren müssen
Monisha Kaltenborn

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost warnte dagegen vor einer in diesem Fall seiner Meinung nach entstehenden Zweiklassengesellschaft: "Es würde die Lücke verbreitern, statt sie zu schließen." John Booth von Manor sprach sich deutlich für Kostenreduktionen aus. Sein Team begrüße jede Art davon. Allerdings befürchtet auch er in diesem konkreten Fall ein Auseinanderdriften von Spitze und Mittelfeld.

Befürchtet wie einige seiner Kollegen eine Zweiklassengesellschaft: Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost - Foto: Sutton

Für Sauber äußerte Teamchefin Monisha Kaltenborn die Sorge, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte. "Wenn man es jetzt beim Motor macht, was ist, wenn dann irgendwann das Chassis oder andere Teile drankommen? Manche Teams werden das sicher mitmachen, bevor sie zusperren müssen", so die 44-Jährige. Toto Wolff wollte die entsprechende Frage gar nicht erst kommentieren. Die Strategy Group diskutiere derzeit Vorschläge zur Kostenkontrolle, das sei richtig. Es gebe aber keine offiziellen Statements zu Details. Somit sei alles Weitere nur Spekulation.


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