An die Tatsache, dass Michael Schumacher in dieser Saison nicht der beste deutschsprachige Pilot in den Ergebnislisten ist, haben wir uns nach Australien und Malaysia so langsam gewöhnt. Dass aber ein Österreicher der beste deutschsprachige Fahrer und sogar der Tagesspitzenreiter ist, dass ist nun wirklich neu.

Der Tag der Österreicher

Verantwortlich für diese Situation ist das Pech des Alexander Wurz. Denn aufgrund seiner Körpergröße fand sich der Österreicher nur als dritter Fahrer der Silbernen und nicht als Montoya-Ersatzmann wider. "Heute war das erste Mal, dass ich den MP4-20 fahren durfte und obwohl dies nicht die üblichen Testumstände sind, war es nichtsdestotrotz eine großartige Erfahrung und das Auto fühlte sich richtig gut an."

Auf seinen 33 Runden, die durch ein Problem im ersten Training sogar noch eingeschränkt wurden, war es seine Aufgabe so viele Daten wie möglich sammeln, was der Edeltester mit einer Tagesbestzeit krönte. "Ich bin glücklich, dass alles funktioniert hat. Dass ich die schnellste Runde gefahren bin, ist sehr zufrieden stellend für mich."

Im Bezug auf seine Sitzposition gibt es aber noch Verbesserungsbedarf, welchen das Team laut Wurz "bis zum nächsten Rennen" nachholen wird. Ob er dann noch einmal am Freitag zum Einsatz kommen wird, bleibt erst einmal noch abzuwarten. Eins steht allerdings heute schon fest: Morgen wird Alexander leider nicht der beste deutschsprachige Pilot sein können.

Und auch seine beiden Landsleute dürften dieses Ziel wohl nur schwer erreichen können. Besonders da auch Red Bull heute mit einigen Problemen zu kämpfen hatte. So erklärte Christian Klien, dass man etwas "weiter hinten" als bei den letzten Rennen sei. "Deshalb müssen wir sehen ob wir uns verbessern können."

Dennoch betonte Klien eine "gute Session" erlebt zu haben. "Die Strecke liegt dem Auto gut und unsere Reifenwahl scheint ziemlich klar zu sein", stimmt der Vorarlberger seinem Teamkollegen zu. "Aus meiner Sicht war die Session erfolgreich, aber es war sehr schwierig neben der Ideallinie zu fahren."

Auch nicht auf der Ideallinie war Minardi-Pilot Patrick Friesacher unterwegs, der im Laufe des Tages aber einige "Verbesserungen" ausmachen konnte. "Ich bin nun mit dem Setup zufrieden und sicher, dass es noch immer Verbesserungsspielraum gibt." Und wenn alles gut läuft, dann möchte Friesacher morgen sogar die 1:34er Marke knacken.

Der Tag der Deutschen

Nach zwei enttäuschenden Wochenenden kehrte in Bahrain Michael Schumacher zumindest in die Position des besten deutschen Piloten zurück, wobei sich der Ferrari-Star sehr über sein neues Arbeitsgerät freute. "Ich habe überhaupt kein Problem mit dem neuen Wagen gehabt, wir sind auf einem guten Weg. Er fühlte sich sehr gut an. Wir absolvierten unser gesamtes geplantes Programm und alles lief glatt", so das Fazit des zweifachen Familienvaters.

Seine Chancen sieht er deshalb "besser als vorher" an, weshalb auch ein Podestplatz in Reichweite sein sollte. Trotzdem gibt er zu bedenken: "Das habe ich vor den letzten beiden Rennen auch gesagt. Aber vielleicht klappt das ja diesmal."

Während Michael Schumacher einen "problemfreien und ermutigenden" Start in das neue Rennwochenende erlebte, betonte sein Bruder Ralf Schumacher nach seinem zehnten Rang im zweiten Training die "Grip-Probleme" auf der sandigen Strecke, welche nicht nur ihn zu einigen "Drehern" und Ausflügen neben die Strecke bewegten. "Wir hatten aber keine technischen Probleme an meinem Auto, weswegen wir unser Programm absolvieren konnten. Dennoch haben wir noch viel Arbeit am Setup vor uns, besonders die richtige Reifenwahl."

Williams-Pilot Nick Heidfeld hatte hingegen keinen problemfreien Freitag. "In der ersten Trainingsstunde kam ich wenig zum Fahren. Eine Antriebswellendichtung musste getauscht werden", nannte der Mönchengladbacher den Grund für seine Auszeit. "Am Nachmittag ist die Balance des Autos durch ein paar Abstimmungsänderungen besser geworden. Die Balance ist noch nicht perfekt, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Wie immer freitags ist es sehr wichtig, genug Daten für die Reifenwahl gesammelt zu haben. Ich denke, das haben wir geschafft."