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Herzlichen Glückwünsch an Michael Schumacher zu seinem vierten Sieg in Serie. Nach dieser erneuten Galavorstellung in Rot stellt sich die Formel 1 Welt natürlich die eine große Frage: Kann Michael Schumacher alle 18 Rennen gewinnen?
Für mich ist seit Sonntag auf alle Fälle klar, dass nichts und niemand ihm seinen siebten Titel wird nehmen können. Jedenfalls so lange nicht momentan unvorhersehbare Zwischenfälle die F1Welt noch komplett aus den Fugen bringen. Die ultimative Spannung für die restlichen 14 WM-Läufe ist somit in der Tat die Frage, ob Michael Schumacher dieser Supercoup gelingen kann. Ich halte es jedenfalls nicht für ausgeschlossen. Denn die Galavorstellung von Imola lässt solche Gedankenspiele auf jeden Fall zu.
Dabei hat sich einmal mehr gezeigt, wie gut Michael Schumacher im Gegensatz zu Rubens Barrichello ist, der eigentlich über dasselbe Material verfügen sollte. Zur Verteidigung des Brasilianers muss man sicherlich anmerken, dass er im Verkehr fest hing, aber letzten Endes ist vor allem der Mensch Michael Schumacher ein entscheidender Faktor gewesen.
Cool und überlegt wartete der amtierende Weltmeister einfach bis Jenson Button seinen ersten Stopp absolvieren musste und fuhr dann ein überlegenes Rennen im Spaziergang nach Hause.
Der Ferrari ist mindestens eine Sekunde schneller als der Rest der Konkurrenz, wenn man Jenson Button einmal ausklammert, da der Brite teilweise als Einziger unter einer Sekunde dran bleiben konnte. Die alles entscheidende Frage ist nun aber wo eigentlich der Fortschritt all der vielen Testerei gewesen sein soll? Da werden in Barcelona und Le Castellet tausende von Testkilometern abgespult und trotzdem bleibt alles beim Alten.
Zumindest bei McLaren Mercedes gibt es eine leichte Tendenz nach oben zu verzeichnen. Aber wer wie Kimi Räikkönen wieder von hinten kommen muss, kann einfach nicht mehr erwarten. Kimi muss man trotzdem zu seinem ersten Punktgewinn in diesem Jahr gratulieren. Dies ist ein erster kleiner Erfolg auf einem langen und schwierigen Weg zurück an die Spitze.
Bedenklich waren allerdings die Szenen zu Beginn des Grand Prix: Gleich in der ersten Runde ging Michael Schumacher sehr hart mit Juan Pablo Montoya ins Gericht und ließ ihm wenig Platz. Entsprechend könnte man die Klagen des Kolumbianers durchaus nachvollziehen, wenn er danach nicht dasselbe mit seinem Teamkollegen gemacht hätte.
Wenn Sie sich die Situation noch einmal genau ansehen, dann erkennen Sie, dass Montoya hier ausgangs der Tosa sehr hart mit seinem Teamkollegen Ralf Schumacher umgegangen ist. Das relativiert das Ganze. Insgesamt wollen wir natürlich Racing sehen, doch man stelle sich einmal vor, was los gewesen wäre, wenn Ralf Schumacher da tatsächlich abgeflogen wäre. Der Zwischenfall mit Fernando Alonso und Ralf Schumacher war für mich ein klarer Rennunfall.
Der aufstrebende Jenson Button zeigte mit seiner Pole Position und seinem zweiten Rang in Imola, dass nach zwei dritten Plätzen in Malaysia und Bahrain durchaus noch Steigerungspotenzial da ist. Aber auch der B·A·R ist zu weit weg vom Ferrari, um die Roten ernsthaft gefährden zu können.
Beim nächsten Rennen in Barcelona freue ich mich vor allem auf die schnellen Kurven. Denn dort waren die B·A·R bekanntlich bei allen Testfahrten im Winter und in der Testwoche vor Imola überragend. Deswegen könnte Button auf dem Circuit de Catalunya dann noch einen Tick näher dran sein. Somit gilt auch für Barcelona, dass die Weißen der erste Verfolger von Ferrari sein werden.
Aber auch in Barcelona liegt ein Schumacher Sieg durchaus mehr als nur in Reichweite. Mit einem fünften Triumph in Folge könnte der Sechsfachweltmeister in Spanien zudem den Startrekord von Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 egalisieren.
Insgesamt war der Große Preis von San Marino der langweiligste Grand Prix des Jahres, bei welchem es überhaupt keine Spannung und keinerlei Überholmanöver zu bestaunen gab. Zudem machen weder die veraltete Strecke noch die nicht mehr zeitgemäße Infrastruktur Spaß.
Ein weiterer Schumacher-Sieg ist natürlich immer schön, aber letztlich wollen wir alle ja so etwas wie Spannung erleben. Deswegen wäre es nicht verwunderlich, wenn San Marino seit dem zurückliegenden Sonntagnachmittag zur Vergangenheit der Formel 1-Geschichte gehören würde.

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