Michael Schumacher feiert in Spa sein rundes Dienstjubiläum. Auf den Tag genau heute vor 20 Jahren, saß der Kerpener auf der Ardennen-Achterbahn erstmals bei einem Formel-1-Rennen im Cockpit. Auch wenn es beim Premierenauftritt am 25. August 1991 im Jordan nur wenige hundert Meter weit ging, stellte dieser Auftakt doch den Startschuss zur großen Karriere des Rekordweltmeisters dar. Zwei Jahrzehnte später läuft es beim schwächelnden Mercedes-Team nicht ganz so rund - trotzdem ist die Freude groß, dieses besondere Jubiläum ausgerechnet an der Geburtsstätte des späteren Erfolgs feiern zu können. Voller Ehrfurcht blicken daher auch die Konkurrenten auf diesen Meilenstein in der Laufbahn des Michael Schumacher.

Für manch einen der aktuellen Top-Piloten aus der neuen Fahrergeneration sind 20 Jahre ein unvorstellbar langer Zeitraum. Am Sonntag bestreitet der Rekordchamp immerhin schon sein 280. Formel-1-Rennen. "Das ist eine unglaubliche Leistung von Michael. Ich denke, es ist ziemlich cool, dass er immer noch hier ist", meinte beispielsweise Lewis Hamilton. Auch McLaren-Kollege Jenson Button, der seinerseits in Ungarn mit einem Sieg gerade erst seinen 200. Grand Prix gefeiert hatte, war tief beeindruckt von der langen Karriere Schumachers. "Für mich ist es das zwölfte Jahr in diesem Sport, aber sich 20 Jahre lang an der Spitze seiner Leistungsfähigkeit zu bewegen, ist sehr imposant", zollte der 31-Jährige seinem deutschen Kollegen Tribut.

Vorfreude auf die Spa-Rückkehr

Kurzes Debüt mir großer Wirkung - für die jungen Fahrer von heute ist Schumachers erster Spa-Auftritt 1991 schon unfassbar lange her, Foto: Sutton
Kurzes Debüt mir großer Wirkung - für die jungen Fahrer von heute ist Schumachers erster Spa-Auftritt 1991 schon unfassbar lange her, Foto: Sutton

"Mit dem ganzen Druck und Stress, den man hat, sind 20 Jahre in diesem Sport einfach für jeden eine wirklich lange Zeit", meinte der Brite. "Ich bin zwar augenscheinlich nur acht Jahre hinter ihm", lachte Button, der hinzufügte: "Doch mit über 40 sehe ich mich nicht mehr im Rennauto sitzen." Kategorisch ausschließen wollte aber auch der Champion von 2009 nichts: "Es gibt immer Möglichkeiten." Zunächst einmal stünde für die McLaren-Jungs aber ohnehin nicht irgendwelche Zukunftsmusik, sondern die aktuelle Saison im Fokus. Besonders schön sei es, nach der Sommerpause nun ausgerechnet in Spa in die zweite Saisonhälfte zu starten. Das fand auch Lewis Hamilton, der sagte: "Nach beinahe einem Monat außerhalb des Cockpits, freut sich wohl jeder Fahrer darauf, wieder auf einer Strecke wie Spa zu fahren."

"Es ist einfach einer der besten Kurse der Welt und war immer eine meiner Lieblingsstrecken. Man fühlt sich hier immer am Limit, was in einem F1-Auto ziemlich stark ist", so der Engländer. "Ich freue mich wirklich schon auf die erste fliegende Runde am Freitag und auf Kurven wie Eau Rouge, Pouhon und Blanchimont - sie sind einfach fantastisch, weil sie so schnell sind", verriet Hamilton, der erklärte: "Man spielt mit dem Gas und versucht durch die Steuerbewegungen nicht zu viel Geschwindigkeit zu verlieren. Es dann richtig hinzubekommen ist ein hervorragendes Gefühl." Die herausfordernde Strecke sei also nicht nur ein guter Platz für Jubiläen, sondern auch, um in der WM-Wertung für den Schlussspurt noch einmal voll anzugreifen.

"Wir gehen von einer guten Position aus in das Wochenende, da wir die beiden letzten Rennen gewonnen haben und sich das Auto stark anfühlt. Wir haben hart gearbeitet, um das Set-Up zu verbessern - die Zuversicht wächst also", meinte der McLaren-Pilot, der für den Spa-Auftritt auf alles gefasst war. "Natürlich wird dieses Wochenende hier auch wieder vom Wetter beeinträchtigt werden - das ist in Spa immer unvorhersehbar", wusste Hamilton, der anfügte: "Ich würde ein Trockenrennen ehrlich gesagt bevorzugen, nehme aber alle Streckenbedingungen. Ich kann es nur nicht mehr erwarten, endlich wieder ins Auto zu kommen."