Die Fahrer und Teams stellen sich vor dem Monaco-Wochenende darauf ein, dass es aufgrund des Einsatzes der superweichen Reifen zu einer wahren Gummischlacht im Fürstentum werden könnte. Pirelli Motorsport Direktor Paul Hembery glaubt allerdings, dass sich eine Zweistopp-Strategie ausgehen sollte, obwohl die Reifen in diesem Jahr schon bei den härteren Mischungen immer stark abgebaut haben.

"Monaco ist eine jeder Strecken, wo man Probleme bekommt, wenn man Schlupf und Wheelspin hat. Es ist oft in langsamen Kurven so, wenn man da beschleunigt, bekommt man Schlupf und deswegen braucht man viel Grip am Reifen. Daher haben wir den superweichen und den weichen gewählt und die Gründe waren ähnlich, warum wir es in Kanada genauso machen", sagte Hembery laut Autosport. Hätte Pirelli einen zu harten Reifen genommen, dessen Mischung nicht genug Grip bietet, dann erhalte man Wheelspin und starken Abbau.

Basierend auf Melbourne

Hembery war sich bewusst, dass die Öffentlichkeit das wohl nur schwer verstehen wird, da die härteren Reifen eigentlich länger halten, egal was passiert. "Aber es ist komplexer, es hängt auch vom Wheelspin ab. Wir hätten gerne eine Zwei-Stopp-Strategie und basierend auf Melbourne sollte das auf einer langsamen Strecke schon machbar sein, auch wenn Melbourne nicht so enge Kurven hat wie Monaco. Es wird also alles vom Wheelspin abhängen und das werden wir erst sehen, wenn wir dort sind", erklärte der Motorsport Direktor.

Im Qualifying wird es noch auf etwas mehr ankommen als den Wheelspin, denn Hembery kündigte an, dass die superweichen Reifen nur eine Runde lang Spitzenleistung liefern werden, deswegen werde es wichtig sein, die Qualifying-Runden auch wirklich perfekt zu erwischen. "Die Spitzenleistung dauert definitiv eine Runde. Er [der Reifen] wird die Charakteristik eines Qualifying-Reifens haben, also wird man sofort seine beste Runde zeigen wollen. Der Reifen wird schnell abbauen. Das ist Teil des Plans, aber ich muss warten und schauen, was in Monaco passiert, da ich keine Vorhersage treffen will, weil wir noch nie dort waren. Der Reifen wird [im Rennen] sicher 15 bis 20 Runden halten."

Keine Q3-Opfer nötig

Da das Qualifying in Monaco besonders wichtig ist, rechnete Hembery auch nicht damit, dass die Fahrer Reifen sparen und ihren letzten Run im Qualifying auslassen werden. "Ich denke, das wird nicht passieren, weil sie sich auf dem Reifen qualifizieren werden, von dem sie weniger Sätze haben, also ändert sich das. Der schnellere Reifen war der weiche, also wollen sie davon so viele wie möglich aufsparen, weil sie einen Satz übrig haben. Da nun ein neuer, harter Reifen da ist, zeigt sich, dass der weniger abbaut und mehr Runden ermöglicht als der weiche Reifen. Das nimmt also den Nachteil weg, dass der harte Reifen keinen Unterschied beim Abbau machte.