In der Türkei ließ Jean Todt die Bombe platzen und verkündete, dass er ab der Saison 2012 das Testverbot aufheben und limitierte Tests zulassen will. Während der FIA-Präsident von seinem Plan überzeugt ist, lehnen die Teams im Moment die Rückkehr der Testfahrten während der Saison ab. "Ich denke, dass wir im Moment die richtige Balance haben. Vielleicht könnten wir am Freitag etwas mehr fahren oder mehr Reifensätze haben, dadurch würden die Teams ermutigt auch junge Fahrer einzusetzen", erklärte Red Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber Autosport.

Die Teams befürchten vor allem durch die Testrückkehr eine Eskalation der Kosten. "Das Problem mit Testfahrten ist, dass man dann auch ein Testteam braucht und die Kosten wieder enorm steigen würden", sagte Horner. Auch für Force India-COO Otmar Szafnauer stellt der Plan von Todt einen Rückschritt für die Formel 1 dar. "Wir wollen das nicht. Warum sollten wir wieder zurückgehen?", stellte er klar. "Sicher haben wir zuerst gegen das Testverbot gestimmt, aber rückblickend lagen wir falsch und Max Mosley richtig."

Generell sei die Formel 1 aktuell auf dem richtigen Weg. "Motoren halten jetzt länger als je gedacht. Das ist ein fundamental wichtiger Schritt. Die Getriebe halten länger als gedacht, ebenfalls ein wichtiger und richtiger Schritt. All diese Dinge haben die Kosten gesenkt und dabei nicht die Show ruiniert", betonte Szafnauer. Abgesehen von den Kosten wären auch die menschlichen Ressourcen enorm. "Wir haben jetzt 20 Rennen und sollen nun auch noch zwei oder drei Tests absolvieren. Dazu braucht man wieder ein zweites Team", erklärte Szafnauer.

Martin Whitmarsh denkt bei einer möglichen Testrückkehr vor allem an die kleinen Teams. "Viele Teams würden gern mehr testen, aber wir müssen auch respektvoll gegenüber den kleinen Teams sein. Die Kosten dürfen keinesfalls wieder steigen", sagte der McLaren-Teamchef gegenüber Reuters. "Wenn die Top-Teams testen und die kleinen Teams nicht, dann ist das ein Nachteil für sie und das wäre wiederum nicht gut für den Sport."