Egal ob am Anfang des Fahrerlagers, am Ende oder mittendrin: überall gibt es beim letzten Wintertest in Barcelona nur ein großes Thema - die Reifen. Viel musste der neue Reifenhersteller Pirelli in den vergangenen Wochen an Kritik einstecken und ein Ende ist vorerst nicht abzusehen.

"Zwei Stopps sind fast unmöglich", sagt Adrian Sutil, der auf seiner Rennsimulation am Donnerstag in den letzten 10 Runden noch einmal an die Box musste, um Reifen zu wechseln. "Ich habe es probiert, draußen zu bleiben, aber dann rutscht man schnell auf 1:31er, 32er oder sogar 34er Zeiten ab - dann ist es endgültig vorbei und alle fahren nur so an dir vorbei."

Extremer Reifenabbau

Wenigstens eine kleine Überraschung gab es für Sutil: "Vom harten Reifen war ich überrascht, denn er hat wenigstens ein bisschen gehalten", sagt er mit ernster Mine. Sieben Runde konnte Sutil damit pushen. "Damit macht das Fahren ein wenig Spaß, bei den anderen Mischungen baut der Reifen so schnell ab, dass es sich gar nicht mehr wie ein Formel-1-Auto anfühlt."

Stattdessen lenke das Auto nicht mehr präzise genug ein, hat extremes Über- und Untersteuern. "Beim Briefing mit den Ingenieuren muss ich dann auf einer Skala von 1-5 eine 8 wählen", scherzt Sutil. Mit den harten Reifen könne man wenigstens ein, zwei Runs fahren und etwas Setuparbeiten erledigen. "Aber sobald man einen weichen Reifen aufzieht, fällt er nach einer Runde extrem stark ab." Das Gute daran: "Es ist für alle gleich."

Die Zeit wird knapp

Am Mittwochnachmittag konzentrierte sich der Force-India Pilot vor allem auf Long Runs. Seine Qualifying-Simulation wurde ihm am Vormittag von Problemen mit dem neuen Unterboden versalzen. "Wir mussten etwas herumschneiden, dann ging es aber." Die verpasste Qualifying-Vorbereitung soll nun am Freitagvormittag nachgeholt werden. "Es wird knapp, aber wir können noch einiges schaffen."

Insgesamt sieht Sutil sich und sein Team nicht ganz so gut vorbereitet auf den Saisonauftakt wie vor einem Jahr. "Letztes Jahr hatten wir weniger Probleme, das Auto war am Anfang sehr stark", erinnert er sich an sein gutes Gefühl. "Jetzt sehe ich noch ein paar Baustellen. Im letzten Jahr habe ich Barcelona mit sehr guten Zeiten und einem guten Gefühl verlassen, dafür müssen wir hier noch etwas arbeiten."