Jenson Button war schon vor dem Korea-Wochenende der Titelkandidat mit den schlechtesten Aussichten. Das änderte sich für den regierenden Weltmeister auch danach nicht, auch wenn er mit 42 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Fernando Alonso theoretisch noch immer den Titel holen konnte. "Ich bin nicht mehr wirklich im WM-Rennen. Jeder der Anderen müsste Probleme haben, das geht also nicht mehr wirklich. Es war kein toller Tag, eigentlich recht enttäuschend. Ich weiß nicht, was passiert ist, es muss aber etwas falsch gelaufen sein, denn das Auto war fast unfahrbar", sagte Button.

Zwar hielt sich der Brite noch am dem Spruch "sag niemals nie" fest, dennoch war ihm klar, mehr als in der Theorie sind seine WM-Chancen nicht mehr vorhanden. Das Rennen selbst war für Button eigenartig verlaufen - eigentlich sogar mehr als das. "Ich kann nur lachen, das war das hysterischste Rennen überhaupt. Ich hatte einfach keinen Grip und war so langsam. Ich war wohl der Langsamste auf der Strecke. Ich hatte Probleme mit blockierenden Vorderrädern. Sobald ich auf die Bremse stieg, blockierten die Reifen. Jedes Mal, wenn ich auf eine Kurve hin bremste, ging es geradeaus, weil ich das Auto nicht stoppen konnte; dabei hatte ich die Bremsbalance ohnehin schon ganz nach hinten gestellt. Es war ein ziemlich schlimmer Tag."

Andere stoppten gratis

Ebenfalls nicht hilfreich war für ihn gewesen, dass seine Regenreifen sehr schnell abbauten, weswegen er relativ früh Intermediates holte. Es war zwar nicht zu früh, um damit ordentliche Zeiten zu fahren, doch es kam kurz darauf das Safety Car heraus, was dem Rest des Feldes quasi einen Gratis-Stopp verschaffte. "Das Setup, das wir hatten, war auch etwas ungewöhnlich. Keine Ahnung, in welche Richtung das gehen sollte. Zudem hätte das Rennen früher gestoppt werden müssen, denn es war viel zu dunkel, um ein Formel-1-Auto zu fahren", sagte Button.

Ebenfalls gerne gestoppt hätte er Adrian Sutil, denn der Deutsche war ihm aufgrund seiner Fahrweise ein Dorn im Auge. "Ich habe vier oder fünf Plätze verloren, als Sutil mich von der Strecke fuhr. Er war heute etwas verrückt und fuhr einige Autos von der Strecke. Ich weiß nicht, was er sich dabei dachte", klagte er. Dennoch gestand er ein, dass auch ohne Sutil nicht viel drin gewesen wäre, da ihm einfach die Pace fehlte.