Karun Chandhok musste sich im Vorfeld des Korea Grand Prix ein wenig wundern. Denn er war der Einzige, der dort bislang Runden mit einem Formel-1-Auto gefahren war, dennoch wollte kaum jemand von ihm Informationen haben. So fragten von den Titelanwärtern beispielsweise nur Mark Webber und Jenson Button an, Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Lewis Hamilton nicht. "Man würde erwarten, dass Leute anrufen. Ich hätte das gemacht. Auch wenn ich nur hinten im Feld fahre, wäre jemand Anderer in Korea gewesen... ich hätte ihn bei den Knöcheln gegriffen, um so viel wie möglich herauszufinden", meinte Chandhok gegenüber Reuters.

Andernorts verlassen sich die Meisten wohl auf ihre Simulatoren, wobei der Inder sagte, dass ihn Techniker mehrerer Teams durchaus befragt hätten. Red Bull hatte bei Chandhoks Demofahrt hingegen selbst Leute vor Ort. "Um fair zu sein, viele Leute haben sehr gute Simulatoren und sie haben viel Vertrauen in ihre Simulatoren und die Software. Ich denke, viele neigen dazu, eher dem zu glauben als anderen Dingen", erklärte er. Webber verriet er einige Details, als sie vorigen Monat bei einem Wohltätigkeits-Kartrennen waren. "Er war sehr neugierig und wollte sehen, was ich denke und wie die Strecke so ist. Sie allen wollen wissen, wem sie liegen wird, oder nicht?"

McLaren und Ferrari können doch gewinnen

Und obwohl er gegenüber dem Telegraph gemeint hatte, es würde eine Strecke für Red Bull werden, so räumte er der Konkurrenz durchaus Chancen ein. "Es wird sehr rutschig sein, mit wenig Grip. Der Red Bull ist überall schnell, aber ich denke, hier, vor allem durch den ersten Sektor mit den drei langen Geraden, könnten sie nicht so schnell sein wie andere. Ferrari und McLaren werden dort stark sein. Auch wenn die Red Bulls auf eins und zwei starten, wird es wegen der langen Geraden in Sektor eins interessant, ob sie den Vorteil bis Kurve vier halten. Ich denke, es wird enger... ich glaube, es könnte eng genug werden, dass wenn Alonso, Hamilton oder Button alles rausholen, sie einen Sieg erhaschen könnten."

Button scheint in seinem Gespräch mit Chandhok jedenfalls schon einige Feinheiten abgefragt zu haben. Der Inder glaubte, der McLaren-Pilot war ein paar Tage vor der Unterhaltung im Simulator gewesen, denn er wollte einiges über die Neigungsänderungen in der Piste wissen. "Einige Kurven, vor allem elf und zwölf, sind erst nach innen geneigt, wie elf und dann nach außen, wie zwölf. Ich denke, das sind Dinge, die nicht so offensichtlich sind, bis man dort ist. Er hatte also Fragen über solche Sachen."